Mehr als zwei Drittel ihres Endenergieverbrauchs setzt die deutsche Industrie für Prozesswärme ein. Und ein Großteil davon wird derzeit noch durch fossile Brennstoffe gedeckt. Mit der Umstellung auf eine nachhaltige Prozesswärmeerzeugung macht das Industrieland NRW einen großen Schritt in Richtung Klimaneutralität.
Ob Trocknen, Schmelzen oder Schmieden: Ohne Prozesswärme wären viele technische Verfahren nicht denkbar. Dementsprechend wendet die Industrie dafür – je nach Branche und Prozess – einen erheblichen Teil ihres Endenergiebedarfs auf. Die Temperaturniveaus unterscheiden sich je nach Anwendung dabei deutlich. Während das Trocknen von Papier bereits ab etwa 160 °C möglich ist, benötigen viele Brenn- und Schmelzprozesse Temperaturen deutlich über 1.000 °C, vereinzelt sogar bis zu 3.000 °C.
Auch Kälte zählt übrigens zu den Wärmeanwendungen. Allerdings benötigt die Industrie laut der AG Energiebilanz e. V. nur zwei Prozent (14 TWh) ihrer Endenergie pro Jahr für Prozesskälte und Klimatisierung, für Prozesswärme hingegen sind es rund 67 Prozent. Über 70 Prozent (299 TWh) der industriellen Prozesswärme liefern derzeit noch fossile Energieträger wie Kohle, Gas und Öl.
So verteilt sich der aktuelle Energiebedarf der Industrie
In sechs Schritten zur klimaneutralen Wärmeversorgung
Wenn die Industrie in NRW es schafft, ihre Prozesswärmeversorgung schnellstmöglich umzugestalten, setzt sie einen immensen Meilenstein auf dem Weg zur Klimaneutralität. Um diese Aufgabe strategisch anzugehen, sind sechs Schritte erforderlich.
Operative Umsetzung: Die vier Säulen der klimaneutralen Prozesswärmeversorgung
Letzter und entscheidender operativer Schritt auf dem Weg zur klimaneutralen Wärmeversorgung ist die Umsetzung. In der Regel gibt es dazu nicht DIE eine Lösung, sondern verschiedene aufeinander aufbauende Ansätze, die je nach Branche, Unternehmensgröße und Prozess individuell geprüft, ausgestaltet und kombiniert werden müssen.
Versorgungssicherheit und Infrastruktur – unverzichtbar zur Sicherstellung einer klimaneutralen Prozesswärmebereitstellung
Auf eines müssen sich Unternehmen bei der Umstellung ihrer Prozesswärmeerzeugung verlassen können: die permanente Versorgung mit Erneuerbarer Energie. Denn jeder Ausfall kann zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden führen. Dafür ist zum einen eine leistungsfähige Netzinfrastruktur unerlässlich. Hierzu entwickelt das Bundeswirtschaftsministerium eine sektorenübergreifende Systementwicklungsstrategie (SES). Aber auch die Unternehmen selbst müssen aktiv werden, um die nötige Infrastruktur zu ermöglichen:
Angebote zur Prozesswärmeumstellung
Bereit für die Umstellung auf klimaneutrale Prozesswärme? Wir unterstützen Leuchtturmprojekte in jeder Projektphase – von der Idee über die Finanzierung bis zur Durchführung. Apropos Finanzierung: NRW stellt im Rahmen des Förderpakets „Klimaneutraler Mittelstand“ passende Mittel bereit. Einen Überblick über aktuelle Fördermöglichkeiten bieten unsere Infoseite und unser FÖRDER.NAVI.