Bis 2045 muss die Industrie in NRW klimaneutral produzieren. Ein wesentlicher Schritt auf diesem Weg: alle Energieeinsparpotenziale konsequent nutzen. Denn jedes eingesparte Kilowatt trägt nicht nur zum Gelingen der Energiewende bei, sondern senkt auch die Betriebskosten – und zwar sofort.
Auf dem Weg zur Klimaneutralität kommt der Industrie eine große Bedeutung zu – auch beim Energiebedarf: Schließlich verbraucht sie mehr als ein Viertel der gesamten Endenergie in Deutschland – im Industrieland NRW sogar noch mehr.
Effizienzpotenziale für die NRW-Industrie
Mit einem aktiven Energiemanagement den Bedarf reduzieren, ohne dadurch die Produktion zu beeinträchtigen: So lautet das Gebot der Stunde. Von effizienter Rohrdämmung bis hin zu intelligenter Steuerung bieten sich dazu zahlreiche Maßnahmen an, die schnell Wirkung zeigen und Kosten sparen – und zwar unabhängig davon, ob noch fossile oder bereits erneuerbare Energieträger eingesetzt werden. Der maßvolle Umgang mit Energie und Ressourcen ist der Schlüssel zu langfristiger Wettbewerbsfähigkeit.
In diesen Bereichen können die größten Energieeinsparpotenziale erschlossen werden:
- Prozesswärme: Sie macht in der Industrie 68 Prozent des Endenergieverbrauchs aus – und bietet damit das größte Potenzial für Einsparungen. Die Nutzung von industrieller Abwärme ist hierbei ein wichtiger Hebel, um die eingesetzte Energie so gut wie möglich zu nutzen.
- Sonstige Wärme: Auch Industriegebäude wie Büros oder Produktionshallen brauchen Wärme, die aktuell zudem noch überwiegend durch fossile Quellen gedeckt werden. Auch hier gibt es leicht erschließbare Einsparpotenziale, die die Klima- und Kostenbilanz verbessern.
- Elektrizität: Rund 30 Prozent des Endenergiebedarfs der Industrie (inklusive Prozesswärme) entfallen laut AG Energiebilanz e.V. auf Elektrizität. Und das an den unterschiedlichsten Stellen.
- Verdichter oder Pumpen verwandeln Strom in mechanische Energie.
- Auch Beleuchtung, Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sowie Kältemaschinen benötigen elektrische Energie.
- Darüber hinaus gibt es sehr stromintensive Produktionsverfahren, beispielsweise die Schmelzflusselektrolyse zur Aluminiumherstellung oder das Einschmelzen von Stahlschrott im Elektrolichtbogenofen).
Beim Energiemanagement gilt es, alle Einsparmöglichkeiten beim derzeitigen Energieverbrauch zu ermitteln und zu nutzen.