Initiative "Heizkeller der Zukunft"

Klimafreundliche Wärme für NRW

Außenstehende Wärmepumpe auf gepflastertem Boden neben einem Haus mit Garten und Sonnenlicht im Hintergrund

Nordrhein-Westfalen macht die Wärmewende alltagstauglich: Unter dem Dach der Initiative „Heizkeller der Zukunft“ bündelt das Land gemeinsam mit NRW.Energy4Climate und Partnern aus Handwerk, Energieberatung, Industrie und Verbraucherschutz seine Kräfte, um Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer bei der Auswahl passender klimafreundlicher Heizlösungen zu unterstützen. Die beteiligten Akteure haben am 10. Dezember eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet. Zu dem Unterstützungsangebot zählen Informationsmaterialien, Qualifizierungsmöglichkeiten und Aktionstage.

Die Wärmepumpe als erste Option: Die Initiative setzt darauf, dass Wärmepumpen bei der Wärmewende eine entscheidende Rolle spielen und daher bei der Planung neuer oder sanierter Heizungen immer als erste Lösung geprüft werden, wenn kein Wärmenetz zur Verfügung steht. In den meisten Gebäuden ist der Einsatz schon jetzt oder mit geringen Anpassungen möglich. NRW.Energy4Climate unterstützt Fachkräfte dabei mit aktuellen Informationen rund um die Installation, die Planung und den effizienten Betrieb. 

Was Fachkräfte hier finden: 

  • Wissen für Fachkräfte zum Thema Wärmepumpen: Informationsblätter, FAQs und Arbeitshilfen für Handwerk, Planer und Installateure  
  • Praktische Unterstützung: Leitfäden zur Qualitätssicherung
  • Austausch und Netzwerk: Informationen zu Veranstaltungen und Aktionstagen, auf denen sich Fachkräfte mit Expertinnen und Experten austauschen können.
  • News und Trends: Infos zu aktuellen Förderungen und Förderprogrammen des Landes und Best-Practice-Beispiele von erfolgreichen Umsetzungen aus NRW 

Wärmewende-Aktionstage im Sommer und Herbst 2026 

Mit landesweiten, im Sommer und Herbst stattfindenden Aktionstageninformieren Expertinnen und Experten über moderne Heiztechniken, zeigen Praxisbeispiele und geben Orientierung beim Heizungstausch. Koordiniert wird das Vorhaben vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit NRW.Energy4Climate und zahlreichen Partnerorganisationen vor Ort. Gemeinsam setzen sie sich dafür ein, dass jede Bürgerin und jeder Bürger in NRW von den Vorteilen moderner, klimafreundlicher Wärme profitiert.  

Die Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus: NRW-Wettbewerb „Wärmepumpen-Challenge“ 

Mit dem Wettbewerb „WärmepumpenChallenge.MFH” hat das Land Nordrhein-Westfalen drei übertragbare, praxistaugliche und effiziente Konzepte für Wärmepumpensysteme in Mehrfamilienhäusern ausgezeichnet. Lesen Sie hier, wie die prämierten Konzepte 2026 umgesetzt werden: 

Interviews mit den drei Siegerprojekten

FAQs für Handwerkerinnen und Handwerker sowie Energieberatende: Wärmepumpen effizient planen, installieren, betreiben 

Die zwei Broschüren Wärmepumpen effizient nutzen und Betrieb von Wärmepumpen geben konkrete Hilfestellungen, wie Wärmepumpen korrekt geplant, einbaut, gewartet und betrieben werden, damit sie ihre höchste Effizienz erreichen. Unter anderem geht es um diese oft gestellten Fragen: 

Die Effizienz einer Wärmepumpe hängt stark vom Gesamtsystem ab (Wärmepumpe, Wärmequelle, Heizflächen, Regelung). Eine ganzheitliche Planung und Installation sind daher maßgebend und legen den Grundstein für eine effizient laufende Wärmepumpe. Entscheidend ist zum Beispiel eine exakte raumweise Heizlastberechnung. Sie verhindert Effizienzverluste und eine Unter- oder Überdimensionierung der Anlage. Ebenso sichern ein sauberer hydraulischer Abgleich, niedrige Vorlauftemperaturen und eine korrekt eingestellte Heizkurve einen wirtschaftlichen Betrieb. Zudem sollten z.B. auch der Aufstellort mit Blick auf Lärm und Luftführung, der Dämmstandard des Gebäudes sowie die verfügbare elektrische Anschlussleistung frühzeitig berücksichtigt werden. 

Für die Überwachung der Effizienz im realen Betrieb eignet sich insbesondere die gemessene Jahresarbeits­zahl (JAZ), die als äquivalent zum Jahresnutzungsgrad bei Brennstoffkesseln gesehen werden kann. Sie wird durch das Verhältnis der erzeugten Wärmemenge zum eingesetzten Betriebsstrom ermittelt, idealerweise mithilfe eines Wärmemengenzählers und separaten Stromzählers. Ergänzend ermöglichen Monats- und Tagesarbeitszahlen eine Bewertung der Effizienz bei unterschiedlichen Außentemperaturen. Zudem sollte das Betriebsverhalten überwacht werden: Häufiges Takten der Wärmepumpe weist auf eine Überdimensionierung oder hydraulische Probleme hin, mit digitalen Monitoringsystemen lassen sich Abweichungen frühzeitig erkennen. 

Die im Betrieb auftretende Anlageneffizienz wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Einige, wie beispielsweise die Vorlauftemperatur der Heizung, der Heizstabeinsatz oder die Taktung, lassen sich bei einem guten Monitoring im Betrieb anpassen und verbessern. Andere können auch bereits ohne ge­zielte Messung und Analyse überprüft und bei Bedarf angepasst werden. Dazu zählt zum Beispiel der hydraulische Abgleich, dessen Überprüfung beispielsweise bei sich ändernden Randbedingungen sinnvoll sein kann. Weitere Details beschreibt die Arbeitshilfe „Betrieb von Wärmepumpen – Optimierungspotenziale erkennen und nutzen“. 

Wärmepumpen lassen sich grundsätzlich in nahezu jedes Gebäude einbauen: Vom modernen Neubau bis zum Altbau. Wichtig ist nicht das Gebäudealter, sondern dass das Heizsystem mit möglichst niedrigen Vorlauftemperaturen betrieben werden kann, ideal sind weniger als 55 Grad Celsius. Dafür können häufig auch vorhandene Heizkörper genutzt werden. Damit die Anlage installiert werden kann, sollte ausreichend Platz für die Innen- und gegebenenfalls die Außeneinheit vorhanden sein. Außerdem wird eine geeignete Elektroinstallation mit den erforderlichen Anschlüssen benötigt, die von einem Elektrofachbetrieb geprüft wird. 

Handwerker können sich an die Richtlinie VDI 4645 halten, die als anerkannter Leitfaden für die Planung und Errichtung von Wärmepumpenanlagen gilt. Entsprechende Schulungen vermitteln Fachwissen zur Heizlastberechnung, Dimensionierung, Speicher- und Effizienzauslegung und schließen mit einer Prüfung sowie dem Eintrag ins VDI-Sachkundigenregister ab. Je nach Tätigkeitsbereich sind zudem Sachkundenachweise, etwa im Kälte- oder Elektrobereich erforderlich. Schulungen werden bereits von Handwerkskammern, technischen Akademien und Herstellern angeboten; die Bildungsprämie Wärmepumpe und das Aufbauprogramm Wärmepumpe fördert diese pro Schulungstag und Teilnehmendem. 

Ihr Kontakt

Jan-Philipp Nicolin

Jan-Philipp Nicolin

Fachexperte Wärme & Gebäude

Aktuelle Zahlen

2
Millionen Wärmepumpen sind in Deutschland derzeit in Betrieb.
370.000
Wärmepumpen, schätzungsweise, gibt es aktuell in NRW.
3 bis 5
Kilowattstunden Wärme: Das macht eine effiziente Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom.
4 Mio.
Wärmepumpen müssen bis 2045 in NRW installiert sein.