Raumwärme, Warmwasser, Prozesswärme oder Klima- und Prozesskälte: All diese Wärmeanwendungen haben eines gemeinsam – sie sollen baldmöglichst mit Erneuerbaren Energien betrieben werden. Für die unterschiedlichen Einsatzbereiche stehen in NRW eine Vielzahl von regenerativen Wärmequellen und Technologien zur Verfügung.
Aktuell werden erst 18 Prozent der Wärmeversorgung in Deutschland durch Erneuerbare Energien bereitgestellt – zu wenig. Für den Gebäudesektor und die Industrie in NRW bedeutet das: Sie müssen den Turbo einschalten, um ihre Klimaziele bis 2045 zu erreichen.
Dabei verfolgt die Landesregierung eine klare Strategie: Zentraler Baustein der klimaneutralen Wärmeversorgung in NRW sollen Wärmenetze sein. Sie müssen jetzt schnellstmöglich weiter ausgebaut werden. In dezentral versorgten Gebieten spielen Wärmepumpen als Einzellösung eine Schlüsselrolle.
Regenerativen Wärmequellen wie Geothermie, industrielle Abwärme, Gewässer- und Abwasserwärme sowie Solarthermie wird dabei genauso eine wachsende Bedeutung zukommen wie Wärmespeichern. Bei der Erschließung der Wärmequellen spielen Großwärmepumpen zur Speisung von Wärmenetzen oder Quartieren eine entscheidende Rolle. Eine ergänzende Funktion werden zusätzlich brennstoffbasierte Heiz-(Kraft-)Werke auf Basis von grünem Wasserstoff oder Biomasse sowie Power-to-Heat-Technologien wie die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) haben.
Wärmequellen und Technologien für eine klimafreundliche Wärmeerzeugung und -verteilung in NRW
- Wärmepumpen: klimaneutrale Schlüsseltechnologie zur Wärmeversorgung von Ein- und Mehrfamilienhäusern
- Netzgebundene Wärmeversorgung: Transport der erneuerbaren Wärme aus verschiedenen Quellen
- Großwärmepumpen: großskalig Wärmequellen erschließen
- Geothermie: die natürliche Erdwärme erschließen
- Abwärme: überschüssige Wärme aus der Industrie, der Müllverbrennung, Rechenzentren, Elektrolyseuren oder Supermärkten weiter nutzen
- Umweltwärme: Wärme aus Flüssen, Seen, Grundwasser oder der Umgebungsluft nutzbar machen
- Grubenwasser
- Abwasserwärme: Restwärme aus dem Abwasser aus Kanälen oder Kläranlagen für die Wärmeversorgung verwenden
- Solarthermie: die Wärme der Sonne durch Kollektoren nutzen
- Biomasse: eine vielfältige Ressource – nicht nur als Rohstoff, sondern auch zur Wärmegewinnung
- Grüner Wasserstoff & andere grüne Gase: verschiedene Möglichkeiten zur Wärmeversorgung mit Biomethan, synthetischem Methan und grünem Wasserstoff
- Kraft-Wärme-Kopplung (KWK): vielfältige Wärmeanwendungen durch die gleichzeitige Gewinnung von elektrischer und thermischer Energie
- Wärmespeicher: thermische Energie flexibel nutzen