Biomasse ist eine wichtige Ressource auf dem Weg zur Klimaneutralität. Als vielfältig einsetzbarer Rohstoff und erneuerbarer Energieträger wird sie künftig in vielen Bereichen eine essenzielle Rolle spielen. Ihre Verfügbarkeit ist jedoch begrenzt.
Vor der Frage des Biomasse-Einsatzes stellt sich erst einmal die der Klimafreundlichkeit. Anders als fossile Brennstoffe wie Gas, Öl und Kohle, die über Jahrmillionen unterirdisch gebundenes CO2 schnell freisetzen, gilt Biomasse potenziell als CO₂-neutral. Denn beispielsweise beim Verbrennen wird nur so viel CO₂ freigesetzt, wie Pflanzen zuvor aufgenommen haben. Ihre tatsächliche Klimabilanz hängt jedoch auch von Faktoren wie Transport, Flächennutzung und Biodiversität ab. Besonders nachhaltig sind biogene Abfall- und Reststoffe, da sie keine zusätzliche Anbaufläche benötigen. Die Renewable Energy Directive bestimmt die Treibhausgasbilanzierung von Biomasse im Rahmen des EU ETS.
Von Kaskade zum Kreislauf
Eines ist klar: Hinsichtlich ihrer Nutzungsmöglichkeiten ist Biomasse eine echte Allrounderin. Primär sichert sie die Ernährung und dient dem Umwelt- und Klimaschutz. Auch strukturell lässt sie sich nutzen – als Baumaterial oder in der Möbelindustrie. Biogene Rohstoffe sind außerdem unverzichtbar zur Herstellung von Papier, Kleidung oder anderen Waren. Und schließlich dienen nachwachsende Biomasse sowie biogene Rest- und Abfallstoffe auch als Energielieferant zur Stromerzeugung und Wärmebereitstellung.
Diese Bandbreite zeigt deutlich: Ihre begrenzte Verfügbarkeit bei steigender Nachfrage aus anderen Sektoren macht Biomasse zu einer immer wertvolleren Ressource. Eine Priorisierung der Nutzung ist also erforderlich. Dabei kann die abgebildete „Biomasse-Nutzungshierarchie“ helfen.