Industrie in NRW

Die Transformation zur Klimaneutralität ist der Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit der Industrie in Nordrhein-Westfalen.

Nordrhein-Westfalen ist eine der stärksten Industrieregionen Europas. Auf dem Weg zur Klimaneutralität spielt die NRW-Industrie somit eine entscheidende Rolle. Die klimaneutrale Produktion in der Mitte Europas bietet die große Chance, sich als Vorreiter für die Industrie der Zukunft zu positionieren. Als Anbieter für klimaneutrale Technologien, Grundstoffe und Produkte wird der Industriestandort gestärkt und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie gesichert.

NRW-Industrie 2045: klimaneutral und wettbewerbsfähig

Das Ziel steht fest: Eine klimaneutrale Industrie bis zum Jahr 2045. Spätestens dann sollen Industrieprozesse nicht mehr zur Anreicherung der Treibhausgase in der Atmosphäre beitragen. Bisher verursacht der Industriesektor in NRW neben der Energiewirtschaft die meisten Treibhausgasemissionen, gefolgt von Verkehr und Haushalten. 

Treibhausgasemissionen entstehen vor allem aus der Verbrennung fossiler Energieträger sowie aus industriellen Prozessen. Für eine klimaneutrale Industrie wird nachhaltig erzeugte Prozesswärme eine entscheidende Rolle spielen, da sie den größten Anteil des Endenergiebedarfs ausmacht. Außerdem wird der Einsatz von Wasserstoff maßgebend sein, sowohl als grüner Energieträger als auch als Reduktionsmittel bei der Stahlherstellung oder als Rohstoff in der Chemie. Für Prozesse mit unvermeidbaren Emissionen ist die Speicherung oder Nutzung von Kohlendioxid ein wesentlicher Faktor, um CO₂-Emissionen zu reduzieren.

Neben Emissionen, die direkt in der Industrie verursacht werden, spielen vor- und nachgelagerte Wertschöpfungsketten eine wichtige Rolle. Hierbei kann es sich um ein breites Spektrum an Emissionen handeln, z. B. aus der Gewinnung und Lieferung von Materialien, die ein Unternehmen für die Produktion benötigt, oder aus der Verwendung der vom Unternehmen erzeugten Produkte. Ein wichtiger Hebel zur Verringerung dieser Emissionen ist die Schließung von Stoffkreisläufen durch Ansätze der Circular Economy, die gleichzeitig zur Sicherung von wichtigen Rohstoffen beiträgt. 

Die Arbeitsplattform und seit 2019 etablierte Landesinitiative IN4climate.NRW unterstützt gemeinsam mit Wissenschaft und Landesregierung branchenübergreifend und interdisziplinär die Industrie in diesem Transformationsprozess. Teil der Initiative sind der Industriepakt und IN4climate.RR, die bei NRW.Energy4Climate im Bereich Industrie und Produktion angesiedelt sind.

Was bedeutet „Klimaneutralität“?

Da der Einfluss der Industrie auf das Klima in aller Regel aus Treibhausgasemissionen besteht, kann Klimaneutralität synonym mit Treibhausgasneutralität verwendet werden. Das relevanteste aus Industrieprozessen entstehende Treibhausgas ist Kohlenstoffdioxid (CO₂), doch Gase wie Methan (CH4), Distickstoffmonoxid (N2O) und Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW/HFC) spielen ebenfalls eine gewichtige Rolle. 

Treibhausgasneutral bedeutet, dass keine Treibhausgase freigesetzt werden, oder, dass die aus dem Produktionsprozess verbliebenen Restemissionen durch eine Entnahme von CO₂ aus der Atmosphäre, sogenannte Negativemissionen, wieder ausgeglichen werden („Netto-Null-Emissionen“). 

Bislang wird der Begriff Klimaneutralität häufig für Unternehmen oder Produkte verwendet, die zwar noch Treibhausgase verursachen, aber über den Ankauf von Kompensationszertifikaten (Carbon Credits) auf dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt einen Ausgleich schaffen. Die Ausgleichswirkung solcher CO₂-Kompensation ist allerdings unsicher und umstritten. Mittelfristig dürften daher ausschließlich solche Prozesse oder Produkte als „klimaneutral“ gelten, die nachweisbar keine Treibhausgase freisetzen. Perspektivisch soll nur die zertifizierte CO₂-Entnahme aus der Atmosphäre als Ausgleich für unvermeidbare Restemissionen geltend gemacht werden können, um eine „Netto-Klimaneutralität“ zu erreichen. 

Angebote von NRW.Energy4Climate

IN4climate.NRW: Klimaneutralitätspfade für NRW

Als bundesweit einzigartige Wissens-, Dialog- und Arbeitsplattform, auf der Industrie, Wissenschaft und Politik zusammenarbeiten, bietet IN4climate.NRW einen Raum, um innovative Strategien für eine klimaneutrale Industrie zu erarbeiten. Über 40 Unternehmen und Verbände aus den Bereichen Stahl und Metalle, Chemie, Zement, Glas, Papier und Baustoffe sowie mehrere Forschungseinrichtungen beteiligen sich an der Initiative. 

Industriepakt: Klimaneutralitätspfade für NRW

Als Teil von IN4climate.NRW initiierte das Land NRW im Dezember 2022 den Industriepakt, in dem Industrieunternehmen, Branchenverbände und Wissenschaft gemeinschaftlich Transformationspfade zur klimaneutralen Industrie in NRW erarbeiten. Ein Beitritt und eine Mitarbeit sind allen Interessierten möglich. Hier finden Sie mehr zu den Teilnahmemöglichkeiten

IN4climate.RR: Industrietransformation im Rheinischen Revier

Fokus auf die Industrietransformation im Rheinischen Revier legt das Projekt IN4climate.RR im Rahmen des Strukturwandels. Gemeinsam mit Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Politik sowie intermediären und zivilgesellschaftlichen Organisationen erarbeitet IN4climate.RR in Zukunftslaboren Strategien, wie die Industrie in der Region zukünftig ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten und gleichzeitig Klimaschutzziele erreichen kann. 

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Prozesswärme für eine klimaneutrale Industrie

Wie kann die so dringende Wärmewende in der Industrie beschleunigt werden? Das Impulspapier der Initiative IN4climate.NRW zeigt Lösungen und Hebel auf, um die Versorgung der Industrie mit klimaneutraler, nachhaltiger Prozesswärme zu ermöglichen.

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Lösungsansätze für eine funktionierende Circular Economy

Eine Circular Economy kann zur Einsparung von Ressourcen und Treibhausgasemissionen beitragen. Wie das gelingen kann, zeigt das Diskussionspapier der Arbeitsgruppe Circular Economy auf.

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CO2 in einer klimaneutralen Grundstoffindustrie

Das gemeinsam mit 17 Partnern aus Industrie und Wissenschaft erarbeitete Diskussionspapier der Arbeitsgruppe Kohlendioxidwirtschaft fasst Impulse und konkrete Anforderungen für ein nachhaltiges Carbon Management zusammen.

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Industriewärme klimaneutral: Strategien und Voraussetzungen für die Transformation

Die Herstellung wichtiger Grundstoffe wie Metall, Glas oder Zement erfordert hohe Temperaturen. Prozesswärme macht rund zwei Drittel des Energiebedarfs der Industrie aus. Ein Diskussionspapier der AG Wärme.

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Klimaschutzverträge für eine beschleunigte Transformation der Industrie

Das Positionspapier von IN4climate.NRW zeigt die Chancen von Klimaschutzverträgen für die klimaneutrale Industrietransformation auf. Arbeitsergebnis der AG Politische Rahmenbedingungen.

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Best Practice

NRW.Energy4Climate präsentiert ausgewählte Forschungs- und Anwendungsprojekte aus Nordrhein-Westfalen, die die Transformation in Richtung Klimaneutralität ermöglichen. Hier erhalten Sie einen Überblick über vorbildhafte Projekte im Bereich Industrie und Produktion, die Akteure aus verschiedenen Branchen bereits heute umsetzen.

Blick auf Produktionshalle der Papierindustrie

Industrie & Produktion

Kabel ZERO

Ziel des Projekts „Kabel ZERO“ ist die Entwicklung einer klimafreundlichen Dampferzeugung für den Einsatz in den besonders energieintensiven Trocknungsprozessen der Papierindustrie. In Hagen soll dabei für die Papiertrocknung zukünftig Energie auf Basis von Erdwärme eingesetzt werden.

 

Industrie & Produktion

InnoGuss

Wie und mit welchen Schritten muss sich die Gießereibranche in Bezug auf die Klimaziele verändern? Mit dem Projekt „InnoGuss“ sollen innovative Transformationspfade speziell für NRW entwickelt und die dafür relevanten technischen, wirtschaftlichen und politischen Randbedingungen abgeleitet werden.

 
Mitarbeiter an Syntheseanlage mit monolitischem Reaktor und neuewm Katalysator

Themenfeld

ALIGN-CCUS & TAKE-OFF

Kohlenstoffdioxid als Rohstoff nutzen und damit Emissionen vermeiden, ist Kerngedanke der Projekte „ALIGN-CCUS“ und „TAKE-OFF“. Während das Pilotprojekt ALIGN-CCUS darauf abzielte, Dimethylether aus abgeschiedenem CO2, Strom und Wasser herzustellen, geht das Folgeprojekt TAKE-OFF einen Schritt weiter: Aus DME soll hier in einem weiteren Prozessschritt effizient Flugzeugtreibstoff hergestellt werden.