Freiflächenphotovoltaik in NRW

Mehr Platz für die Energiewende

NRW macht große Schritte Richtung Klimaneutralität – und die Erfolge sind bereits sichtbar: Immer mehr Solaranlagen entstehen, sowohl auf Dächern als auch auf innovativ genutzten Flächen. Denn Solarparks bieten eine effiziente Möglichkeit, erneuerbaren Strom zu erzeugen.

Nordrhein-Westfalen will weiter den ambitionierten Ausbau von Photovoltaik vorantreiben. Dazu ist der Ausbau der Freiflächen-PV unverzichtbar, im am dichtesten besiedelten Flächenland Deutschlands jedoch auch eine Herausforderung. Aktuell produzieren Freiflächenanlagen – je nach Topografie, Reihenabstand und Ausrichtung – zwischen 0,9 und 1,4 Megawatt Leistung pro Hektar. Mit fortschreitender Entwicklung werden die Wirkungsgrade weiter steigen und weniger Fläche pro Megawatt benötigen. 

Günstige, regionale Erzeugung und lokale Wertschöpfung: Die Vorteile von Freiflächenanlagen

Die Vorteile der Solarparks liegen auf der Hand – für das Klima genauso wie für die Regionen: 

  • Kostengünstig: Der technologische Fortschritt und die geringen Investitionskosten machen es möglich: Freiflächenanlagen produzieren besonders günstig Strom.
  • Lokale Wertschöpfung: Auch die Kommunen profitieren wirtschaftlich von Solarparks – durch Erträge und regionale Wertschöpfung beim Bau und Betrieb der Anlagen.
  • Geringer Einfluss auf die Natur: Die Böden werden durch Solarparks nur minimal beeinträchtigt. Gleichzeitig können die eingezäunten Anlagen Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen bieten.
  • Erholung für Böden und Gewässer: Ohne intensive landwirtschaftliche Nutzung mit Landmaschinen und Düngemitteln erholen sich Boden und Grundwasser während der Betriebszeit.
  • Reversibel: Nach der Nutzungsdauer lassen PV-Freiflächenanlagen rückstandslos zurückbauen und die Flächen wieder flexibel nutzen.

Intelligente Doppelnutzung – Sonderformen der Freiflächen-PV

Eine Herausforderung ist der Platzbedarf. Dabei kann es – gerade im dichtbesiedelten NRW – zu Flächenkonkurrenzen kommen. Die Lösung: eine doppelte Nutzung. Denn dank ihrer flexiblen, modularen Bauweise können Solarparks auch auf Arealen mit einer anderen Primärnutzung errichtet werden. Einige dieser Sonderformen der Freiflächen-PV stellen wir Ihnen auf eigenen Themenseiten näher vor:

  • Agri-PV – gleichzeitige Flächennutzung für Land- und Energiewirtschaft
  • Floating-PV – Anlagen auf künstlichen Gewässern
  • Parkplatz-PV – Überdachung von Stellplätzen mit Solarmodulen

EEG: Förderung nutzen und Flächen aktivieren

Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalten Freiflächen-PV-Anlagen unter 1.000 Kilowatt-Peak (kWp) 6,79Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) (Stand 2025). Größere Anlagen müssen am Ausschreibungsverfahren der Bundesnetzagentur teilnehmen, mit einem Höchstwert von 6,80 ct/kWh. Auf der Internetseite der Bundesnetzagentur finden Sie die aktuell gültigen Vergütungssätze sowie Ausschreibungstermine und -ergebnisse

Kampagne „Freiflächen-Photovoltaik in NRW“

Im Rahmen der Kampagne „Freiflächen-Photovoltaik in NRW“ des Landes treibt NRW.Energy4Climate den Ausbau von Freiflächen-PV in Nordrhein-Westfalen weiter voran. Wir unterstützen Kommunen und Unternehmen mit Infoveranstaltungen und Workshops genauso wie mit Informationsmaterialien wie unserem Leitfaden Photovoltaik auf Freiflächen.

FAQ – Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Freiflächen-Photovoltaik

Die Wirtschaftlichkeit von Freiflächen-PV hängt maßgeblich von der Anlagengröße ab. Projektiererinnen und Projektierer setzen meist eine Fläche von mindestens 4 bis 5 Hektar voraus, kleinere Flächen lohnen sich vor allem bei lokaler Stromnutzung. Zu den zentralen Kostenfaktoren zählen Anlagenkomponenten, Netzanschluss, Umzäunung, Planung und Tiefbau. Besonders der Netzanschluss kann bei größerer Entfernung durch Trassen- und Kabelkosten teuer werden. Dank direkter Stromvermarktung, etwa über Power-Purchase-Agreements (PPA), sind heute auch viele Projekte ohne EEG-Förderung wirtschaftlich umsetzbar. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat im Rahmen der Marktoffensive Erneuerbare Energie Informationen zum Thema PPA zusammengestellt. Die Kostenkalkulation und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung einer fiktiven Freiflächenanlage finden sich im Leitfaden des bayrischen Netzwerks C.A.R.M.E.N e. V.

Klassische Freiflächenanlagen stehen bodennah auf Stahlkonstruktionen. Geeignete Flächen haben eine ausreichende Größe und eine optimale Sonneneinstrahlung. Bei der Auswahl kann das Solarkataster für Freiflächen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima helfen. Wichtig in der Planungsphase: die Nähe zum Netzverknüpfungspunkt. Denn der Strom wird – je nach Anlagengröße – ins Mittel- oder Hochspannungsnetz eingespeist. Anschlussbedingungen sollten frühzeitig mit dem Netzbetreiber geklärt werden. Denn besonders bei kleineren Anlagen beeinflussen die Anschlusskosten die Wirtschaftlichkeit enorm.

 

Im Gegensatz zu Dachanlagen sind PV-Freiflächenanlagen meist genehmigungspflichtig. Damit eine PV-Freiflächenanlage im Außenbereich errichtet werden darf, bedarf es im Regelfall eines gültigen Bebauungsplans, der im Rahmen eines kommunalen Bauleitverfahrens entsprechendes Baurecht schafft. Werden PV-Freiflächenanlagen auf Flächen errichtet, die nach § 35 Baugesetzbuch (BauGB) privilegiert sind, wird kein Bauleitverfahren benötigt und dementsprechend muss nur eine Baugenehmigung beantragt werden. Unterstützung bei der Planung finden Kommunen, Planer und Projektierer im Kurzleitfaden „Bauplanungsrechtliche Grundlagen für Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen“ des NRW-Wirtschaftsministeriums.

 

Ihr Kontakt

Jonas Klamka

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Referent Photovoltaik

Lara Würfel

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