Ladeinfrastruktur im schweren Güterverkehr

Mangelnde Kapazitäten für Ladepunkte ausgleichen

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Domenic Huch

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Projektmanager Mobilität

Anna Klauer

Anna Klauer

Projektmanagerin Mobilität

Die Elektrifizierung des schweren Güterverkehrs ist weit mehr als reiner Technologiewechsel, sie verändert den gesamten Betrieb grundlegend. Neue Fragen zu Standort, Netzanschluss und Betreibermodellen treten an die Stelle des traditionellen "Volltankens und Weiterfahrens".  NRW.Energy4Climate begleitet Unternehmen auf diesem Weg: von der Identifikation konkreter Hemmnisse bis zur aktiven Unterstützung beim Infrasturkturaufbau.

Je nach Betriebsmodell und Standort kommen unterschiedliche Ladeszenarien in Betracht: 

Privates Laden: Ladeinfrastruktur wird auf dem eigenen Betriebshof errichtet und ausschließlich vom Unternehmen genutzt. 

Halb-öffentliches Laden: Ladeinfrastruktur, die nur für einen festgelegten Nutzerkreis zugänglich ist. 

Öffentliches Laden: Frei zugängliche Ladeinfrastruktur, die von allen Nutzerinnen und Nutzern in Anspruch genommen werden kann. 

Betreibermodelle der Ladeinfrastruktur 

Ebenso vielfältig sind die Möglichkeiten, wer die Ladeinfrastruktur betreibt und finanziert: von eigeninvestierten Lösungen, bei denen das Unternehmen selbst investiert und diese betreibt, über Charge Point Operators (CPO), die den Betrieb als Dienstleistung übernehmen, bis hin zu gemeinschaftlichen Modellen, bei denen mehrere Akteure gemeinsam in eine Ladeinfrastruktur investieren. Die passende Struktur richtet sich stets nach dem jeweiligen Geschäftsmodell.  

Herausforderung limitierter Netzanschluss 

Eine der größten Herausforderung beim Ausbau der Ladeinfrastruktur ist der Netzanschluss: Hoher Leistungsbedarf trifft auf begrenzte Netzkapazitäten und lange Vorlaufzeiten für den Netzausbau. Daher sind ergänzende Lösungen zur effizienteren Nutzung vorhandener Infrastruktur entscheidend. 

Relevante Lösungsansätze: 

Dynamisches Lastmanagement: Durch eine intelligente Steuerung der Ladevorgänge wird die verfügbare Anschlussleistung optimal verteilt. Lastspitzen werden reduziert und bestehende Netzkapazitäten können effizienter genutzt werden. 

Nutzung von PV-Eigenerzeugung und Batteriespeichern: Vor Ort erzeugter Solarstrom kann für das Laden genutztwerden. Batteriespeicher ermöglichen es, Energie zwischenzuspeichern, Lastspitzen zu glätten und den Bedarf an zusätzlicher Netzanschlussleistung zu reduzieren. 

Flexible Netzanschlussverträge (FCAs) 

Flexible Netzanschlüsse, sogenannte Flexibel Connection Agreements (FCA), ermöglichen eine effizientere Auslastung des Netzes. FCAs sind Vereinbarungen zwischen Netzbetreibern und Stromverbrauchern oder -erzeugern, bei denen der Netzanschluss nicht dauerhaft in voller Leistung garantiert wird. Stattdessen kann die verfügbare Leistung zeitweise angepasst oder begrenzt werden, um das Stromnetz optimal auszulasten und Engpässe zu vermeiden.  

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