Wasserstoffimporte für NRW

Die Bedeutung internationaler Kooperationen für die Wasserstoffversorgung in NRW

Tunnel mit verschwommenen blauen und orangen Lichtern, Blick in die Ferne auf eine helle Öffnung.

Nach Berechnungen in der Energie- und Wärmestrategie des Landes wird Nordrhein-Westfalen bis 2045 einen Bedarf von 129 bis 179 Terawattstunden Wasserstoff pro Jahr haben. Mehr als 90 Prozent davon werden aller Voraussicht nach auf absehbare Zeit aus anderen Ländern und Bundesländern importiert werden müssen. Daher ist die internationale Zusammenarbeit NRWs mit anderen Ländern im Bereich der Wasserstoffwirtschaft von grundlegender Bedeutung.

Durch internationale Partnerschaften will NRW die Versorgung der nordrhein-westfälischen Industrie- und Energiebranche mit grünem Wasserstoff sichern und diversifizieren. Gleichzeitig können Technologien und Anlagen aus NRW dazu beitragen, Lieferketten im Ausland aufzubauen. NRW.Energy4Climate organisiert dazu gemeinsam mit dem Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie verschiedene Aktivitäten, die Unternehmen in NRW dabei unterstützen, internationale Partner für den Aufbau einer Wasserstofflieferkette und den Import klimaneutraler Energieträger zu finden.

Ideale Lage für Wasserstofffernleitungsnetz

Mit seiner geografisch zentralen Lage in Europa und damit im geplanten europäischen Wasserstofffernleitungsnetz, dem sogenannten European Hydrogen Backbone, besitzt NRW ideale Voraussetzungen, um gemeinsam mit europäischen Partnern eine grenzüberschreitende Wasserstoffwirtschaft aufzubauen. Die Grenzübergangspunkte zwischen dem deutschen Kernnetz und den Nachbarländern spielen eine zentrale Rolle bei der Integrierung ins europäische Wasserstoffnetz. In NRW sind Grenzübergangspunkte in die Niederlande (Vreden im Münsterland und Elten im Kreis Kleve), sowie nach Belgien (Eynatten bei Aachen) geplant. Der European Hydrogen Backbone sieht derzeit fünf Transportkorridore von der Iberischen Halbinsel, Nordafrika, Südosteuropa, dem Nordseeraum und dem Ostseeraum ins Zentrum Europas vor. NRW profitiert darüber hinaus von seiner guten Anbindung an die norddeutschen, belgischen und niederländischen Seehäfen, an denen Importterminals für Wasserstoff und Wasserstoffderivate wie z. B. Ammoniak oder Methanol aufgebaut werden.

Nordseeraum und Iberische Halbinsel

Insbesondere Länder in Nordwesteuropa mit dem für Offshore-Windenergie bedeutsamen Nordseeraum sind wichtige Partner für NRW. Die hohe Bedeutung des Nordseeraums als grünes Kraftwerk Europas wurde mit der Unterzeichnung der Ostende Declaration durch neun EU-Länder und die Europäische Kommission im April 2023 deutlich. Die gemeinsame Absichtserklärung sieht einen massiven Ausbau von Offshore-Windenergie in der Nordsee bis 2050 vor. Die Staaten bekräftigten den Aufbau von Offshore-Windkapazitäten von 120 GW bis 2030 und mindestens 300 GW bis zum Jahr 2050. Ein Pilotprojekt, das sich die Nutzung der Windenergie in der Nordsee zum Ziel gesetzt hat, ist Aqua Ductus, das aus Offshore-Windenergie grünen Wasserstoff produzieren und diesen anschließend über eine eigens gebaute Pipeline ans Festland transportieren möchte.

Für NRW ist zudem der Iberische Transportkorridor von zentraler Bedeutung, da Spanien und Portugal über großes Potenzial zur Wasserstoffproduktion verfügen und perspektivisch außerdem eine Erweiterung des Korridors nach Nordafrika möglich ist. Besonders Andalusien spielt dabei eine wichtige Rolle: Im größten Wasserstoffprojekt Europas ‘Andalusia Green Hydrogen Valley’ sind zwei Produktionsanlagen mit einer Kapazität von zwei GW geplant. Im Zentrum dieser Zusammenarbeit steht das Projekt H2Med, das die Wasserstoffnetze der Iberischen Halbinsel mit Nordwesteuropa verbinden und Europa bis 2030 mit einer prognostizierten Transportkapazität von zwei Millionen Tonnen mit kostengünstigem grünem Wasserstoff versorgen soll.

H2.NRW

Die bei NRW.Energy4Climate angesiedelte Wasserstoffleitstelle des Landes Nordrhein-Westfalen H2.NRW ist die zentrale Anlaufstelle für alle Themen im Bereich der Wasserstoffwirtschaft. Sie unterstützt Unternehmen, Kommunen, Infrastrukturbetreiber, Mobilitätsanbieter, Wasserstoffproduzenten und weitere Akteurinnen und Akteure der Wasserstoffwirtschaft.

Ihr Kontakt

Verena Falb

Verena Falb

Leiterin Internationale Kooperationen

Sophie Pathe

Sophie Pathe

Fachexpertin Wasserstoffwirtschaft

Dr. Christian Scholz

Dr. Christian Scholz

Fachexperte Wasserstoffwirtschaft

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