An seinem Standort in Lichtenau-Kleinenberg benötigt der Automobilzulieferer Benteler rund 14 Gigawattstunden Strom im Jahr. Seit 2025 deckt er rund 50 Prozent seines Bedarfs direkt aus einem benachbarten Windpark.
Der Direktbezug über eine 30-Kilovolt-Direktleitung bringt Benteler gleich mehrere Vorteile: Die direkte Anbindung ermöglicht eine effiziente und zuverlässige Stromversorgung. Ein Fünfjahresvertrag mit konstanten Stromkosten schafft zudem Planbarkeit und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.
Auch für die Nachhaltigkeitsstrategie der Unternehmensgruppe zahlt sich das Modell aus: Der Automobilzulieferer will seine CO2-Emissionen bis 2030 halbieren und bis 2040 klimaneutral wirtschaften. Dabei können sogenannte Power Purchase Agreements (PPAs), zu den auch die Direktleitung gehört, einen wichtigen Beitrag leisten. Gleichzeitig wird die Grünstromquote für Kunden zunehmend zu einem Auswahlkriterium bei der Vergabe von langfristen Aufträgen.
Auch der Vertragspartner, die Asselner Windkraft, eine Gesellschaft des Firmenverbundes Hellwegwind, profitiert von diesem PPA. Seine 28 Windkraftanlagen, die den Benteler-Standort im Kreis Paderborn mit Strom versorgen, erhalten keine EEG-Förderung mehr. Der langfristige Liefervertrag sichert nun ihren Weiterbetrieb.
Mit ihrer zehn Kilometer langen Leitung widerlegen die Partner außerdem die weit verbreitete Ansicht, dass Direktleitungen nur über kurze Distanzen wirtschaftlich sinnvoll seien.
Strom- und Fahrzeugteileproduktion gehen Hand in Hand
Das Unternehmen nutzt den erzeugten Windstrom nicht nur passiv, sondern steuert seine Produktion gezielt danach – sofern Auslastung und Auftragslage dies zulassen. Möglich macht dies ein kontinuierliches Monitoring der Wetter- und Erzeugungsdaten des Windparks. Für den Herstellungsprozess bedeutet das konkret: Die besonders energieintensiven Lötvorgänge für bestimmte Fahrzeugteile laufen bevorzugt dann, wenn die Windenergieanlagen viel Strom produzieren.