Grünstrom statt Diesel: Das Unternehmen Wessels Logistik mit Sitz in Rhede im Kreis Borken hat ein Energiekonzept aus Ladeinfrastruktur, Solaranlage samt Großbatteriespeicher umgesetzt.
Seit vier Generationen bietet Wessels Logistik Transportlösungen an. Das Unternehmen mit derzeit 220 Mitarbeitenden ist ein vielseitiger Logistikbetrieb: Im Mittelpunkt stehen heute Logistiklösungen vom Güterkraftverkehr bis zu Dienstleistungen als zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb.
Für den Antrieb der Fahrzeuge setzt das Unternehmen auf zeitgemäße Lösungen: Eine skalierbare Ladeinfrastruktur, eigene Energieerzeugung durch Photovoltaik und ein Batteriespeicher für flexible Nutzung des Stroms gehören zu dem ganzheitlichen Konzept des Unternehmens mit seinem Fuhrpark, der aus mehr als 100 firmeneigenen LKW besteht. Bis Herbst 2026 wurden 16 Fahrzeuge elektrifiziert.
Ladepunkte mit 400 kW Ladeleistung
Vier Ladestationen mit insgesamt acht Ladepunkten, speziell für schwere LKW mit je bis zu 400 kW Ladeleistung stehen am Firmensitz in Rhede in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung. Diese sind ohne Rangieraufwand oder das Abkoppeln von Aufliegern zugänglich, um das Laden in den Speditionsalltag zu integrieren. Zwei Ladepunkte sind dabei öffentlich und können auch von externen Nutzerinnen und Nutzern angefahren werden.
Solar auf dem Dach
Die Solardachanlage mit 521 kW Spitzenleistung liefert klimafreundlichen Strom für die Ladestationen. Sie erstreckt sich mit 1.146 Modulen auf der Dachfläche der Firmengebäude auf rund 4.000 Quadratmetern. Die Anlage kann rechnerisch pro Jahr mehr als 450.000 kWh Sonnenstrom erzeugen – das entspricht etwa einer Fahrstrecke von 375.000 Kilometern mit elektrischen Schwerlast-Lkw.
Unabhängig dank Speicher
Der Solarstrom, der nicht sofort verbraucht wird, landet in einem unternehmenseigenen Batteriespeicher mit einer Kapazität von 1.288 kWh und einer Leistung von 736 kW. So steht die Energie der Flotte zur Verfügung, sobald wieder ein E-Truck am Standort ist und lädt – das maximiert den Eigenverbrauch des Solarstroms. Ein neuer vom Unternehmen integrierter Trafo ermöglichte diese Elektrifizierung des Betriebshofs.
Lademanagement
Damit der erzeugte Strom auch zur rechten Zeit bereitsteht wird dieser von einem Lade- und Lastmanagement geregelt. In der sonnenarmen Zeit können so über dynamische Strompreise sowohl der Speicher als auch die Lkw geladen werden. Im letzten Schritt wurde die atypische Netznutzung nach § 19 Abs. 2 StromNEV implementiert, die das Unternehmen in der Netznutzung zwar einschränkt, aber dank der Speicher im Ladeprozess keine großen Probleme bereitet.