Praxisbeispiel

Energiespar-Contracting in Gummersbach

Energetische Sanierung ohne eigene Investitionskosten

1.140 Tonnen

CO2-Emissionen pro Jahr spart die Stadt Gummersbach durch die Maßnahmen ein

Ihr Kontakt

Maria Pantiou

Maria Pantiou

Fachexpertin Kommunales Energiemanagement und Kom.EMS-Landesvertretung

Dr. Joachim Frielingsdorf

Dr. Joachim Frielingsdorf

Referent Kommunikation

Wie lassen sich kommunale Gebäude ganz ohne zusätzliche Investitionskosten modernisieren? Die Stadt Gummersbach macht es vor: Mit dem sogenannten Energiespar-Contracting hat sie Planung, Betrieb und Finanzierung aller Effizienzmaßnahmen in 17 Liegenschaften an einen externen Dienstleister übertragen und spart so jährlich 1.140 Tonnen CO₂.

Steigende Energiekosten, sanierungsbedürftige Gebäude, leeres Stadtsäckel – eine Situation, die viele Kommunen in NRW kennen. Auch Gummersbach stand vor genau diesem Dilemma. Die Lösung war ein Modell, das andere europäische Länder bereits verbreitet nutzen: das Energiespar-Contracting (ESC). Dabei übernimmt ein Dienstleister, der sogenannte Contractor, sämtliche Aufgaben und Investitionen rund um die energetische Sanierung. Seine Kosten finanziert er ausschließlich durch die erzielten Energieeinsparungen. Ein echtes Win-win-Modell für Kommunen und Contractor gleichermaßen. 

Die Zahlen sprechen für sich 

In Gummersbach schlossen die Stadt und der Dienstleister Engie 2024 einen zehnjährigen Contracting-Vertrag für 17 Liegenschaften mit insgesamt 97.300 Quadratmetern ab. Die jährlichen Energiekosten für Wärme und Strom lagen zu diesem Zeitpunkt bei rund zwei Millionen Euro netto. Für die energetische Sanierung investierte der Contractor 4,7 Mio. Euro netto und erzielte damit jährliche Einsparungen von rund 765.000 Euro netto. Während der Vertragslaufzeit refinanzieren sich die Sanierungskosten also vollständig aus den Einsparungen. Fördermittel, unter anderem aus dem Programm progres.NRW, unterstützten die Umsetzung des Projekts zusätzlich.  

„Energiespar-Contracting ist in Deutschland bislang noch wenig verbreitet. Dabei profitieren Kommunen in mehrfacher Hinsicht: Sie gewinnen finanzielle Spielräume, steigern die Energieeffizienz ihrer Gebäude und können den Weg zur Klimaneutralität deutlich beschleunigen.“

Maria Pantiou, Fachexpertin Kommunales Energiemanagement bei NRW.Energy4Climate

So läuft das ESC-Projekt ab  

Am Anfang des ESC-Projekts stand eine umfangreiche Analyse: Heizungsanlagen, Wärmeverteilungen, Lüftung, Beleuchtung, Strom- und Wärmeverbrauch – alle gebäuderelevanten Daten wurden erfasst. Für diese Erstuntersuchung konnte die Kommune bereits Fördermittel der Bundesförderung für Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme (BAFA) nutzen. 

Auf Grundlage dieser Daten erstellten die Contracting-Bewerber in der Vergabephase eine sogenannte Grobanalyse, in der sie erste Einsparpotenziale und Investitionsvolumina aufzeigten. Da sich ihre Investitionen ausschließlich über die erzielten Einsparungen refinanzieren, haben sie ein großes Interesse daran, die Energieeffizienz nachhaltig zu verbessern und die Sanierungsmaßnahmen zügig umzusetzen. 

In Gummersbach vereinbarten die Stadt und der ausgewählte Contractor ganz konkrete Einsparziele: 17 Prozent bei Wärme und 19 Prozent bei Strom.  

 

Moderne Technik für zukunftsfähige Gebäude 

Im Mittelpunkt des Projektes stand die Modernisierung der Heizungsanlagen in acht Schulen. Hier setzten die Partner auf fünf Pellet-Anlagen, drei Kessel mit Holzhackschnitzeln sowie eine Fernwärmestation. Drei Schulen erhielten zusätzlich eine Photovoltaikanlage. 

Parallel dazu drehte der Contractor an zahlreichen weiteren Stellschrauben: Er ließ z. B. Pumpen austauschen, die Warmwasserbereitung sowie die Lüftungs- und Gebäudeleittechnik optimieren und die vorhandene Beleuchtung durch 1.800 LEDs ersetzen.  

All das, inklusive Kommunikation mit den Gebäudenutzern und Baugenehmigungsverfahren für die geplanten Biomassekessel, wurde in nur 16 Monaten realisiert. 

 

Interesse an einem ESC in Ihrer Kommune? 

Gerne vermitteln wir Ihnen den Kontakt zu den zuständigen Ansprechpersonen in Gummersbach und unterstützten Sie beim Erfahrungsaustausch.

1.140 Tonnen

CO2-Emissionen pro Jahr spart die Stadt Gummersbach durch die Maßnahmen ein

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Maria Pantiou

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Dr. Joachim Frielingsdorf

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