Steigende Energiekosten für Schulen, Verwaltungsgebäude und Co. belasten die kommunalen Haushalte zunehmend. Der Kreis Viersen zeigt, wie sich mit einfachen Mitteln Einsparpotenziale identifizieren und Ausgaben senken lassen – ganz ohne teure Investitionen.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt dabei in einem effektiven Energiemanagement: Seit 2013 erfasst der Kreis Viersen seine Energieverbräuche, analysiert die Daten und macht teure Schwachstellen sichtbar, um den Betrieb anschließend zu optimieren. So analysierten die Viersener Energiemanagerinnen und -manager zum Beispiel engmaschig die Gasverbräuche im Kreishaus und identifizierten unnötige Heizphasen. Dazu prüften sie, ob die Heizungsleistung in der Nacht und an den Wochenenden reduziert werden konnte, ohne den Mitarbeitenden bei ihrer Rückkehr ein zu kaltes Gebäude zuzumuten. Durch gezielte Einstellungsoptimierungen in Kombination mit technischen Verbesserungen am Heizungssystem konnten sie so im Kreishaus den Gasverbrauch innerhalb von nur zwei Jahren witterungsbereinigt um 23 Prozent reduzieren und damit 100.000 Euro an Energiekosten jährlich einsparen.
Kom.EMS als hilfreiches Analysetool
Für die Datenerfassung nutzt Viersen das Energiemanagementtool Kom.EMS, das das Land NRW den Kommunen kostenlos zur Verfügung stellt. Es hilft den Verantwortlichen dabei, datenbasiert Energiefresser zu identifizieren und Entlastungen zu schaffen, ohne dass sofort teure Sanierungen nötig sind. Dadurch kommen die Kommunen von einer reaktiven Bewirtschaftung in eine aktive Steuerung. Zudem dient ihnen Kom.EMS als Leitfaden, um klare Verantwortlichkeiten zwischen Gebäudemanagement, Haustechnik und Verwaltung zu definieren und Energiemanagement zu einer festen internen Routine zu machen. Durch die Nutzung des Tools hat sich in Viersen ein Energieteam gebildet, das die Kompetenzen aus den Bereichen bündelt und gemeinsam Probleme schnell und effizient löst.
Als erster Kreis in NRW erhielt Viersen Anfang 2026 die Zertifizierung nach Kom.EMS-Standard. Sie unterstreicht die Professionalität des aufgebauten kommunalen Energiemanagementsystems und unterstützt den Kreis dabei, den Klimaschutz in der Verwaltung von einer Nebenaufgabe in einen dauerhaften, messbaren und erfolgsversprechenden Arbeitsprozess zu überführen.