135 Mitarbeitende der thyssenkrupp Uhde GmbH in Dortmund haben sich in einer Belegschaftsgenossenschaft zusammengeschlossen und auf den zuvor ungenutzten Dächern des Betriebs Photovoltaikanlagen errichtet. Der erzeugte Solarstrom wird direkt an das Unternehmen verkauft und vor Ort genutzt.
Große Gewerbedächer bieten häufig ideale Bedingungen für die Erzeugung von Solarstrom. Dennoch bleiben viele Dachflächen ungenutzt, zum Beispiel weil personelle Ressourcen fehlen. Eine Belegschaftsgenossenschaft kann hier neue Wege eröffnen: Beschäftigte schließen sich zusammen, finanzieren die PV-Anlage und übernehmen deren Betrieb. Das Unternehmen stellt die Dachfläche zur Verfügung und nutzt den erzeugten Strom direkt vor Ort.
So auch in Dortmund: Die Mitarbeitenden der thyssenkrupp Uhde GmbH gründeten im Jahr 2021 eine Genossenschaft. Unterstützt wurden sie dabei vom Genoverband, einem Genossenschaftsprüfverband, der auch Beratungsdienstleistungen anbietet. Von den rund 1.000 Beschäftigten am Standort Dortmund entschlossen sich 135, jeweils ein bis zwei Genossenschaftsanteile zu je 500 Euro zu erwerben. Insgesamt investierten sie rund 105.000 Euro in eine Photovoltaikanlage mit knapp 100 Kilowatt Leistung.
Den erzeugten Solarstrom verkaufen die Genossenschaftsmitglieder vollständig an ihren Arbeitgeber, der dafür den gleichen Preis pro Kilowattstunde zahlt, den er auch seinem herkömmlichen Stromlieferanten zahlen würde. Zudem verpachtet Uhde die Dachflächen zu einem geringen symbolischen Preis an die Genossenschaft. Aus den Umsätzen zahlt die Genossenschaft nicht nur Betriebskosten, Steuern und Rücklagen, sondern kann auch jährliche Renditen zwischen sechs und acht Prozent an die eigenen Mitglieder ausschütten. Zudem werden zehn Prozent des Gewinns an wohltätige Organisationen gespendet.
Das erste Projekt war so erfolgreich und beliebt, dass bereits im Jahr 2025 die nächste Anlage errichtet wurde, dieses Mal mit knapp 150 Kilowatt Leistung. Hier konnten bis zu weitere fünf Genossenschaftsanteile zu je 500 Euro erworben werden. Heute sind die geeigneten Dachflächen vor Ort nahezu vollständig belegt. Die installierte Leistung deckt rund zehn Prozent des betrieblichen Strombedarfs und leistet damit einen messbaren Beitrag zur klimafreundlichen Energieversorgung des Standorts.