Pressemitteilung

Von Sonne und Wind profitieren alle: Ministerin Neubaur besucht Energiestadt Lichtenau

| Pressemitteilung

Die ostwestfälische Stadt Lichtenau zeigt, was Erneuerbare Energien alles können

Dank Sonne und Wind produziert die Stadt zehnmal mehr Strom als sie selbst verbraucht – mit Gewinn für alle. Die rund 11.000 Einwohnerinnen und Einwohner profitieren von verlässlichen Einnahmen für den kommunalen Haushalt, vergünstigten Stromtarifen und direkter finanzieller Beteiligung. Die Energiestadt Lichtenau gilt damit bundesweit als kommunales Vorbild. Die stellvertretende Ministerpräsidentin Mona Neubaur und der Geschäftsführer der Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz, Christian Mildenberger, besuchen heute die Stadt, um über die weiteren Ideen und Projekte zu sprechen. 

Mit strategischen und langfristigen Investitionen, konsequenter Bürgerbeteiligung und Fokus auf die regionale Wertschöpfung gestaltet die Stadt aktiv die Energiewende in der Region. Die aktuell insgesamt 171 Windenergie- und 1.940 Solaranlagen generieren jährlich Millioneneinnahmen, die die Stadt in die vielfältigen kommunalen Aufgaben und Infrastruktur reinvestiert. Davon profitieren auch die Bürgerinnen und Bürger direkt: Beispielsweise über Beteiligungen an Bürgerenergiegenossenschaften, Förderungen für soziale Projekte, günstigere Strompreise und einen vergünstigten Trinkwasserpreis für alle. Das schafft nicht nur Akzeptanz, sondern auch regionale Wertschöpfung und Standortvorteile. Denn nicht zuletzt auch die Lichtenauer Wirtschaft profitiert von den günstigen Energiepreisen.
Ein Teil des Windstroms wird zukünftig zur Herstellung von grünem Wasserstoff für die umliegende Industrie genutzt werden. Darüber hinaus kann die Abwärme des 10-MW-Elektrolyseurs auch für die lokale Wärmeversorgung eingesetzt werden. 

Mona Neubaur, NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin: „Lichtenau zeigt, wie es geht: Mit großem Engagement machen sich hier Menschen gemeinsam stark für Erneuerbare Energien und für eine nachhaltige Zukunft. Sie zeigen, dass Klimaschutz nicht Pflicht und Verzicht ist, sondern Innovation, Lebensqualität und gesellschaftlichen Zusammenhalt bedeuten kann. So wird Zukunft gemacht: Durch den Mut und den Willen, neue Wege zu gehen und Verantwortung zu übernehmen.“

Christian Mildenberger, Geschäftsführer NRW.Energy4Climate: „Die Energiestadt Lichtenau zeigt, welche Chancen sich bieten, wenn Kommunen die Energiewende aktiv angehen und vor Ort gestalten. Als Vorreiter beweisen sie, dass Erneuerbare Energien der Schlüssel zu wirtschaftlichem Erfolg sind und durch gute Beteiligungsmöglichkeiten alle Bürgerinnen und Bürger davon profitieren können. Nicht zuletzt hat auch das Bürgerenergiegesetz Nordrhein-Westfalen dafür die passenden Rahmenbedingungen geschaffen.“ 

Vielfalt von Energieerzeugung bis Energieeffizienz
Die heutige Energietour durch Lichtenau zeigt mit dem Besuch des Klima-Campus auch auf, wie die Einnahmen aus Erneuerbaren Energien Bildungseinrichtungen vor Ort verbessern: Durch eine umfassende Sanierung und Erweiterung der Realschule wurde das Schulzentrum zukunftsweisend aufgestellt. Als Herzstück dient ein riesiger unterirdischer Eisspeicher, der in Kombination mit einer Wärmepumpe im Winter heizt und im Sommer kühlt. Für diese Leistung erhielt Lichtenau 2024 die nationale Auszeichnung „Klimaaktive Kommune“. Das Gesamtkonzept der Kommune wurde 2024 als „Erfolgsmodell durch Erneuerbare Energien und Bürgerbeteiligung“ mit dem Deutschen Solarpreis gewürdigt.

Ute Dülfer, Bürgermeisterin von Lichtenau: „Schon bei der Ortseinfahrt wird deutlich: Lichtenau ist eine Energiestadt. Sowohl auf dem Ortseingangsschild ist es zu lesen als auch bei einem Blick in die Umgebung. Heimatministerin Scharrenbach hatte uns diesen Titel 2021 verliehen. Im gemeinsamen Handeln haben die politischen Gremien, die Verwaltung, Investoren und die Bürgerinnen und Bürger Lichtenaus zahlreiche Meilensteine im Bereich der Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz gesetzt. Wir freuen uns deshalb sehr, Ministerin Mona Neubaur und NRW.Energy4Climate- Geschäftsführer Christian Mildenberger zu begrüßen, um aus erster Hand eine Würdigung der erbrachten Leistungen zu erfahren.”

NRW.Energy4Climate unterstützt Städte und Gemeinden
Lichtenau steht als Beispiel für Potenziale und Chancen durch den Ausbau Erneuerbarer Energien, das vielfach noch ungenutzt ist: Wenn Kommunen die Ausbauziele für Wind- und Solaranlagen erreichen, können sie ihre Einnahmen aus Erneuerbaren Energien mehr als verdoppeln, zeigt eine aktuelle Studie des Bundeswirtschaftsministeriums
NRW.Energy4Climate unterstützt Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen kostenfrei bei der Planung und Realisierung von Vorhaben. Dazu zählen zum Beispiel Hilfestellungen zur Umsetzung des Ende 2023 eingeführten Bürgerenergiegesetzes NRW. Dieses stellt sicher, dass Gemeinden und Anwohnende vor Ort bei der Errichtung neuer Windenergieanlagen finanziell beteiligt werden und soll so Teilhabe und Akzeptanz stärken. 

Zum Hintergrund: #DasGehtInNRW 
Unter dem Motto „Das geht in NRW!“ präsentiert NRW.Energy4Climate Vorzeigeprojekte der Energiewende. Durch Vor-Ort-Besuche, Öffentlichkeitsarbeit und der Darstellung des Projekts auf ihrer Website steigert die Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz die Bekanntheit und treibt so die Umsetzung klimarelevanter Maßnahmen voran.
Mehrere Projekte aus Lichtenau zu Windstrom, energetischer Sanierung am Klima- Campus und grünem Wasserstoff sind als Praxisbeispiele der Energiewende zu finden unter: Praxisbeispiele der Transformation in NRW

Publikationen zum Thema:
Bürgerenergiegesetz NRW - einfach erklärt
Finanzielle Beteiligung an Energiewendeprojekten