| Pressemitteilung
Nordrhein-Westfalen fördert wie kein anderes Bundesland Geothermie als eine der wichtigsten Quellen für die künftige Wärmeversorgung. Die Landesregierung finanzierte zahlreiche eigene Messungen und Bohrungen in mehreren Regionen und federt finanzielle Risiken für Unternehmen durch eigene Programme ab.
Die Geothermie in Nordrhein-Westfalen drängt mit Macht von der Forschung in die Anwendung. Praxisbeispiele der oberflächennahen Geothermie, die wie in Lippstadt zwei Nahwärmenetze in Wohnquartieren versorgen, geben Orientierung. Für Projekte in bis zu 4.000 Metern Tiefe benötigen Energieversorger und Kommunen eine fundierte Entscheidungsgrundlage. Dafür liefert unter anderem ein großes, seit Anfang 2025 laufendes Forschungsprojekt im Rheinischen Revier, das Reallabor Geothermie Rheinland, wichtige Daten.
Prof. Dr. Rolf Bracke, Leiter des Fraunhofer IEG: „Auf Basis solcher Daten können Kommunen und Wirtschaft Entscheidungen für ihre Wärmeversorgung treffen. Das senkt die Investitionsrisiken, schafft Planungssicherheit für alle Akteure, ermöglicht regionale Wertschöpfung und soll so den Strukturwandel im Rheinischen Revier voranbringen. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen können das Datenmaterial zudem als Ausgangspunkt eigener Forschung verwenden. Und nicht zuletzt erproben wir im Rheinland die Prozesse und Methoden, von denen auch Gemeinden und energieintensive Industrie in ganz NRW profitieren können."
Christian Mildenberger, Geschäftsführer von NRW.Energy4Climate: „Bis zum Jahr 2045 soll Geothermie 15 bis 20 Prozent des nordrhein-westfälischen Wärmebedarfs decken. Insbesondere für die kommunale Wärmeplanung mit dem Um- und Neubau von Wärmenetzen in Städten ist Erdwärme ein hochrelevanter Baustein. Tiefe Geothermieprojekte sind in vielen Regionen möglich: Messungen und Bohrungen des Geologischen Dienstes von Ostwestfalen-Lippe über das Münsterland, Ruhrgebiet, Rheinland bis nach Aachen haben bereits erfolgsversprechende Ergebnisse geliefert, auf denen Unternehmen nun aufbauen und Geothermie-Pionier werden können."
Planung weiterer Erkundungsbohrungen
Wie Unternehmen selbst Seismik und Planung von Erkundungsbohrungen planen können, zeigen Energieversorger aus Aachen, Düsseldorf und Duisburg. So planen beispielsweise die Stadtwerke Duisburg im ersten Halbjahr 2028 eine Erkundungsbohrung auf ihrem Gelände. Sie soll genauere Informationen liefern, wie die Gesteinsschichten und Wasservorräte in bis zu 4000 Metern Tiefe aussehen. Nach ersten Erkenntnissen des Geologischen Dienstes werden Reservoire mit 80 bis 130 Grad heißem Wasser vermutet. Duisburg will damit seine Fernwärme idealerweise bis 2035 klimaneutral aufstellen. Das Land unterstützt das Projekt finanziell.
Attraktive Förderung und Unterstützung in NRW
Das Förderprogramm in NRW erleichtert den Einstieg in Projektvorhaben wie dieses für Unternehmen und Kommunen mit Förderquoten für Vor- und Machbarkeitsstudien von rund 60 Prozent. Bei Untergrunderkundungen unterstützen darauf aufbauende Förderungen für 2- und 3-D-seismische Messungen und Erkundungsbohrungen. NRW sichert als erstes Bundesland auch einen Großteil des Fündigkeitsrisikos ab: mit bis zu 60 Prozent der Kosten für die Bohrung, falls im Untergrund kein oder zu wenig nutzbares warmes Wasser gefunden wird.
Zudem unterstützt das Kompetenzzentrum Wärmewende NRW als zentrale Anlaufstelle des Landes Unternehmen und Kommunen mit Daten und Informationen zu geologischen Gegebenheiten, zu Fördermöglichkeiten und mit Vernetzung. NRW.Energy4Climate hilft im Zuge der kommunalen Wärmeplanung bei der Potenzialbestimmung, mit Leitfäden sowie Musterleistungsverzeichnissen für Vor- und Machbarkeitsstudien.
Pressefotos zur heutigen Geothermiekonferenz in Bochum stehen hier ab ca. 13.00 Uhr zur Verfügung.
Foto: Direkt neben dem Kraftwerk Weisweiler will das Fraunhofer IEG eine erste Forschungsbohrung abteufen. Copyright: Fraunhofer IEG
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