| Pressemitteilung
Mittelständische Logistikunternehmen können sich mit klimafreundlichen Mobilitätslösungen unabhängig von hohen Dieselpreisen machen. Das Unternehmen Wessels Logistik aus Rhede zeigt, das geht in NRW: Mit einem ganzheitlichen Ansatz, der Photovoltaik, Speicher, Ladestationen und E-Lkw umfasst, wird der Betrieb emissionsfrei, senkt seine Energiekosten und stärkt gleichzeitig seine Wettbewerbsfähigkeit. Gemeinsam mit NRW-Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer besuchen NRW.Energy4Climate-Geschäftsführer Christian Mildenberger und politische Vertreterinnen und Vertreter der Region heute (31.08.) das Vorreiterprojekt.
Um den firmeneigenen Fuhrpark mit mehr als 100 größtenteils Schwerlast-Lkw zu elektrifizieren, hat das Unternehmen eine Solaranlage zur eigenen Energieerzeugung auf dem Firmendach angeschafft, eine Ladeinfrastruktur mit vier Ladesäulen und acht Ladepunkten am Firmensitz aufgebaut und kann mittels eines Batteriespeichers seinen selbst erzeugten Solarstrom nun flexibel nutzen. 375.000 Kilometer könnte ein elektrischer Schwerlast-Lkw mit diesem im Jahr theoretisch zurücklegen, was knapp der Entfernung zwischen Erde und Mond entspricht. Der Fuhrpark wird dafür nun sukzessive elektrifiziert, unterstützt durch Fördermittel des Bundes und des Landesprogramms progres.nrw. Die ersten 16 E-Lkw sind bereits im Einsatz. Bis Ende 2028 sollen weitere 20 folgen und die Ladeinfrastruktur zusätzlich erweitert werden.
„Was Wessels Logistik hier aufgebaut hat, ist ein Vorbild für den Mittelstand in ganz NRW: eigener Solarstrom, eigener Speicher, eigene Ladeinfrastruktur und E-Lkw, die schon heute zuverlässig auf der Straße unterwegs sind. Das zeigt, wie Innovationen aus der Umweltwirtschaft in ganz unterschiedlichen Branchen Wirkung entfalten. So wird Klimaschutz in NRW zum Wettbewerbsvorteil“, so NRW-Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer.
Christian Mildenberger, Geschäftsführer von NRW.Energy4Climate, betont: „Die Umstellung auf E-Lkw macht die Transport- und Logistikbranche nicht nur unabhängiger von schwankenden und meist steigenden Treibstoffpreisen, sondern senkt auch langfristig die Gesamtkosten. E-Lkw sind leise, sauber und zunehmend von Kunden nachgefragt. In Nordrhein-Westfalen sind wir auf dem besten Weg, diese klimaneutralen PS jetzt auf die Straße zu bringen. André Wessels hat mit Weitsicht ein zukunftsgerichtetes Gesamtkonzept entwickelt und teilt sein Wissen dankenswerterweise mit großem Engagement. ”
Zwei der acht Ladepunkte hat Geschäftsführer André Wessels auch für andere Unternehmen geöffnet: „Das ist unser Beitrag, den Straßengüterverkehr in der Region zukunftsfähig zu machen“, so Wessels. „Unsere Familie wird ihre unternehmerische Innovationskraft, das generationenübergreifende Bekenntnis zum Klimaschutz und unseren nachhaltigen Investitionswillen weiterhin in die Dekarbonisierung unseres Schwerlastverkehrs setzen. Die Unterstützung der Politik ist für mittelständische Unternehmen dabei sehr wichtig."
Wettbewerbsfähig, sauber und leise
Neben der Unabhängigkeit von steigenden Preisen an der Tankstelle gibt es für Logistikdienstleister und Spediteure viele weitere Gründe, auf CO₂-neutrale Transporte umzusteigen: Der Einsatz emissionsfreier Fahrzeuge senkt CO₂-Abgaben und verbessert gleichzeitig die sogenannte ESG-Bewertung im Nachhaltigkeitsmanagement, was bei Ausschreibungen und Finanzierungen zunehmend entscheidende Vergabekriterien sind. E-Lkw sind derzeit in Deutschland von der Lkw-Maut befreit, was bei hohen Streckenkilometern ein erheblicher finanzieller Vorteil ist. Emissionsfreie Fahrzeuge sind auch in vielen anderen Ländern steuerlich und gebührenrechtlich bevorzugt. Ein Wettbewerbsvorteil ist zudem, dass immer mehr Kunden nachhaltige Transportlösungen entlang ihrer Lieferkette suchen. Weniger Lärm, Dreck und Vibration kommt Fahrern und Wohngebieten zugute.
Mit dem Förderprogramm „progres.nrw Emissionsarme Mobilität“ unterstützt die Landesregierung den Hochlauf der E-Mobilität. Im August wurden allein für die Logistikbranche erneut sieben Millionen Euro für das Jahr 2026 bereitgestellt. Bis zu 30.000 Euro können kleine und mittelständische Unternehmen je Ladepunkt erhalten, bei einer Förderquote von 30 Prozent.
NRW.Energy4Climate informiert und unterstützt Unternehmen aus Logistik, Spedition, Handel und Industrie im Rahmen der Kampagne „E-Trucks.NRW“. Aktuelle News und Termine unter www.e-trucks.nrw.
Zum Hintergrund: #DasGehtInNRW
Unter dem Motto „Das geht in NRW!“ präsentiert NRW.Energy4Climate Vorzeigeprojekte der Energiewende. Durch Vor-Ort-Besuche, Öffentlichkeitsarbeit und der Darstellung des Projekts auf www.energy4climate.nrw steigert die Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz die Bekanntheit und treibt so die Umsetzung klimarelevanter Maßnahmen voran. Weitere Beispiele für klimaneutrale Logistik sind die Unternehmen Contargo, Remondis und Voßkamp, die zeigen: #DasGehtInNRW. Diese und das Beispiel der Wessels Logistik Gruppe sind unter zahlreichen Praxisbeispielen der Energiewende zu finden unter: Praxisbeispiele der Transformation in NRW
Foto: André Wessels, Geschäftsführer Wessels Logistik (li), NRW-Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer, Christian Mildenberger, Geschäftsführer NRW.Energy4Climate
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