Pressemitteilung

Mit Eis heizen, mit Holz bauen: Nordrhein-Westfalen zeichnet besonders energieeffiziente Büros, Schulen und Kitas aus

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Mit dem Landesprogramm „Energieeffiziente Nichtwohngebäude in NRW” ehren das Wirtschafts- und Klimaschutzministerium und NRW.Energy4Climate heute neun herausragende Projekte. Diese punkten mit niedrigen CO2-Emissionen, energieeffizienter Gebäudetechnik und innovativen Lösungen für die Wärme- und Kälteversorgung. In Kürze können sich neben Bürogebäuden, Schulen und Kitas auch Projekte zu anderen Nichtwohngebäuden, wie Hotels, Geschäftsgebäude und Sportstätten, auf die Auszeichnung bewerben.

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „Die Auszeichnung ist ein klares Signal: Hier wird Verantwortung übernommen – für das Klima, für die Nutzerinnen und Nutzer und für die Zukunft. Wer heute in Energieeffizienz investiert, schützt seinen Geldbeutel und steigert gleichzeitig den Wert seiner Immobilie. Das ist kein Luxus – das ist ökonomisch klug. Jedes effiziente Gebäude ist ein wichtiger Beitrag zu mehr Unabhängigkeit, Resilienz und lebenswerten Städten.“ 

Dr. Katharina Schubert, Geschäftsführerin von NRW.Energy4Climate: „Nichtwohngebäude haben meist einen sehr hohen Energiebedarf. Diese Gebäude energieeffizient zu gestalten, ist ein wesentlicher Hebel für die Wärmewende und somit ein nennenswerter Beitrag zum Klimaschutz und zur Reduzierung der Risiken durch steigende Energiepreise und fossile Importabhängigkeiten. Mit der Auszeichnung würdigen wir das Engagement besonders vorausschauender Projektierer und machen ihre Lösungen sichtbar. Ziel ist es, solch zukunftsfähige Gebäudekonzepte zum Standard zu machen. Anschauen und Nachahmen ist also ausdrücklich erwünscht.“

Seit 2019 konnten sich 41 Projekte für den Titel „Energieeffizientes Nichtwohngebäude in NRW” qualifizieren. Voraussetzungen sind eine besonders energieeffiziente Gebäudehülle, niedrige CO2-Emissionen im Gebäudebetrieb, eine lokale Stromerzeugung sowie eine nachhaltige, emissionsarme Wärme- und Kälteversorgung. Um auch andere Nichtwohngebäude wie beispielsweise Hotels, Einzelhandelsgeschäfte oder Sportstätten berücksichtigen zu können, wird das Programm dieses Jahr erweitert. Eine Bewerbung wird in Kürze für alle Nutzungsarten beheizter Nichtwohngebäude möglich sein.

Die ausgezeichneten Projekte
Die Bandbreite der baulichen und technischen Lösungen der heute prämierten Nichtwohngebäude ist enorm. Neben acht Neubauprojekten hat sich auch ein anspruchsvolles Sanierungsprojekt für die Auszeichnung qualifiziert:

  • Essen: Die Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord eG setzte beim Neubau ihres vierstöckigen Verwaltungsgebäudes auf Wärme aus einem Eisspeicher. Eine 80 Kilowatt Peak PV-Anlage deckt jahreszeitabhängig einen Großteil des Strombedarfs. Das energetische Gesamtkonzept löst zwei Herausforderungen gleichzeitig: klimafreundliches Heizen im Winter und zunehmend notwendige Kühlung im Sommer.
     
  • Oberhausen: Nach seiner umfassenden Sanierung profitiert das 1957 errichtete Verwaltungsgebäude der Covivio Immobilien GmbH von einer effizienten Sole-Wasser-Wärmepumpe mit 34 Erdsonden. Eine Photovoltaikanlage mit Speicher sichert weitgehend die Eigenstromversorgung. Ergänzt wird das Konzept durch 47 E-Ladepunkte, ein intelligentes Energiemanagementsystem und zwei Kleinwindenergieanlagen.
     
  • Köln: Im viergeschossigen Erweiterungsneubau der Königin-Luise-Schule sorgt die gedämmte Gebäudehülle in Verbindung mit Lüftungsanlagen samt Wärmerückgewinnung für einen minimalen Energiebedarf und ein optimales Raumklima. Die Wärmeversorgung erfolgt zuverlässig über Fernwärme, während eine Photovoltaikanlage mit 30 Kilowatt Peak zur regenerativen Stromerzeugung beiträgt.   
  • Lohmar: Im Neubau der Gemeinschaftsgrundschule Birk erfolgt die Wärmeversorgung überwiegend über Erdsonden in Verbindung mit effizienten Wärmepumpen. Eine Photovoltaikanlage trägt dazu zur regenerativen Energieerzeugung bei. Die ressourcenschonende Massivbauweise mit Holzfassade vereint ökologische und architektonische Qualität.
     
  • Hilden: Im Neubau des viergeschossigen Technik-Campus der Firma Soeffing Kälte Klima GmbH kommen neben recycelten Materialien eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und eine reversible Luft-Wasser-Wärmepumpe zum Einsatz. Durch die Photovoltaikanlage mit 88 Kilowatt Peak Leistung liegen die CO2-Emissionen, die im Betrieb verursacht werden, im negativen Bereich.  
     
  • Heiligenhaus: Bei der neugebauten Kindertagesstätte Zauberwelt erfolgt die Wärmeversorgung über drei in Kaskade geschaltete Luft-Wasser-Wärmepumpen. Eine PV-Anlage und ein Speicher liefern Strom. Die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen für Bau und Dämmung sowie die Berücksichtigung von Aspekten der Kreislauffähigkeit unterstreichen den ganzheitlich nachhaltigen Ansatz. 
     
  • Dortmund: In ihren Neubauten setzten die Kindertagesstätten TEK Kleyer Weg und Herkenweg auf den Einsatz nachhaltiger Baustoffe und die Energiegewinnung durch Photovoltaik. Zur Wärmeversorgung wurden Luft-Wasser-Wärmepumpen eingebaut. Die Bauweise mit vorgefertigten Holzmodulen ermöglichte eine sehr kurze Bauzeit. 

Nachahmer gesucht
Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Investoren und ihre Planer, die Gebäude besonders ambitioniert klimafreundlich sanieren oder neu bauen wollen, können sich mit ihrem Projekt bei NRW.Energy4Climate bewerben. Aktuell werden vor allem gute Vorbilder bei Sanierungsprojekten gesucht. Die Auszeichnung ermöglicht eine exklusive Förderung für ein Energiemonitoring bei geplanten oder schon fertigen Projekten sowie beratende Unterstützung durch NRW.Energy4Climate im Bewerbungsprozess. Mehr Informationen zur Bewerbung weiterer Nutzungsarten beheizter Nichtwohngebäude folgen in Kürze.

 

Pressefotos von der Auszeichnungsveranstaltung stehen ab ca. 17.30 Uhr zur Verfügung.

Umfassende Informationen, Interviews und Bildmaterial finden Sie in unserer Pressemappe