Newsbeitrag

„Menschen für die Fernwärme begeistern“

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NRW.Energy4Climate organisiert regelmäßig Fachreisen nach Kopenhagen und Umgebung, auf denen Energieversorger und Kommunen aus Nordrhein-Westfalen von den Erfahrungen der erfolgreichen dänischen Wärmeplanung lernen können. Im Interview berichtet Dr. Andreas Hollstein, Geschäftsführer der Landesgruppe NRW des Verbandes kommunaler Unternehmen von seinen Eindrücken einer zweitägigen Reise zum Thema Fernwärme.  

Was hat Sie in Dänemark besonders beeindruckt oder überrascht?  
Die pragmatische Art der Dänen, Probleme zu lösen, hatte ich erwartet. Genauso wie die Tatsache, dass Dänemark viel mehr Erfahrung bei zentralen Wärmelösungen hat. Überraschend waren das große bürgerschaftliche Engagement und die hohen Anschlussraten bei neuen Projekten.  

Welches Learning aus Dänemark möchten Sie den Stadtwerken in NRW mitgeben?  
Wir müssen als Stadtwerke vor Ort die Menschen für die Fernwärme begeistern. Es braucht viele Gespräche, überzeugende Erklärer und Begeisterung. Daneben sollten wir unsere Standards hinterfragen. Wenn die Dänen im Norden ihre Fernwärme in 60 Zentimeter Tiefe verlegen, fragt man sich schon, warum das Regelwerk in Deutschland 80 Zentimeter empfiehlt. Das kostet Zeit und Geld! 

Was sind die aktuell drängendsten Themen für Ihre Mitglieder im Bereich Fernwärmeausbau, um Projekte in die Umsetzung zu bringen?  
Die zentralen Punkte beim Fernwärmeausbau sind der langfristig stabile rechtliche Rahmen, die notwendige Förderung der Netze (durch die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze BEW) und die notwendigen finanziellen Lösungen für Stadtwerke im Eigenkapitalbereich. Dazu kommt der Fachkräfteengpass bei der Planung und der Mangel an Tiefbauunternehmen. 

Wie unterstützen Sie Ihre Mitglieder beim Ausbau der Fernwärme in NRW?
Wir haben im VKU bereits 2024 eine eigene Arbeitsgruppe auf NRW-Ebene eingerichtet. Über 45 Unternehmen tauschen sich dort aus. Mit dabei sind große Stadtwerke im Ballungsraum mit Fernwärmeerfahrungen bis hin zu den Akteuren in verdichteten kleinstädtischen Räumen. Im Mittelpunkt stehen Informationsaustausch, miteinander diskutieren, aus Erfahrungen lernen und Veränderungen anstoßen. Dazu gehörte auch die Informationsreise nach Dänemark. 

Wem würden Sie eine solche Reise empfehlen?  
Stadtwerken, die in Richtung Wärmespeicher denken oder Stadtwerken, die neue Netze umsetzen wollen - sie sollten sich Beispiele hier in NRW oder in Dänemark ansehen. Für politische Entscheider(innen) ist so eine Reise motivierend und gibt Aufschluss, was alles möglich ist.