Luftaufnahme der Industrieanlage in Gronau-Epe

Praxisbeispiel

Epe-H2

Wasserstoffkavernenspeicher in NRW

70 Mio. m3

Wasserstoff finden im Kavernenspeicher Epe-H2 Platz – das entspricht dem Volumen von ca. 6.500 LKW-Trailern.

Ihr Kontakt

Dr. Joachim Frielingsdorf

Dr. Joachim Frielingsdorf

Referent Kommunikation

Dr. Christian Scholz

Dr. Christian Scholz

Fachexperte Wasserstoffwirtschaft

In Gronau-Epe wird bereits seit Jahrzehnten Erdgas in unterirdischen Salzkavernen gespeichert. Ab Mitte 2027 wird dort nun der erste kommerzielle betriebene Wasserstoffspeicher seinen Betrieb aufnehmen. Für ein klimaneutrales NRW 2045 spielt Wasserstoff eine Schlüsselrolle. Der Hochlauf kann nur bei ausreichenden Speicherkapazitäten gelingen.

Salzkavernen sind zumeist künstlich geschaffene, unterirdische Hohlräume, die durch Bohrung und Aussolung von Salzstöcken in Tiefen von 500 bis 2.500 Metern entstehen. Die Salzstrukturen reagieren dabei kaum mit dem eingespeicherten Gas und schaffen eine natürliche Dichtigkeit des Speichervolumens. Zumeist werden mehrere Kavernen an eine oberirdische Speicherinfrastruktur angeschlossen und bilden so einen Speicher.

Der Wasserstoffkavernenspeicher Epe-H2 der RWE Gas Storage West GmbH am Standort des nordrhein-westfälischen Kavernenfelds Gronau-Epe ist eines von deutschlandweit aktuell etwa fünf konkreten Vorhaben zur geologischen Speicherung von Wasserstoff. Für das Projekt werden derzeit eine mit Sole gefüllte und eine bisher für Erdgas genutzte Kaverne für die Speicherung von Wasserstoff umgerüstet und mit zirka 70 Millionen Kubikmetern Wasserstoff erstbefüllt. Abzüglich des für den Mindestdruck erforderlichen Anteils an Kissengas, verbleiben etwa 38 Millionen Kubikmeter Wasserstoff als Arbeitsgasvolumen, die als Speicherkapazität dem Markt bereitgestellt werden können. Ergänzend zu den unterirdischen Maßnahmen wird die oberirdische Bestandsanlage für den Betrieb mit Wasserstoff erweitert.

Das Projekt durchläuft seit 2022 ein umfangreiches Genehmigungs- und Beteiligungsverfahren. Neben der technischen Planung liegt ein besonderer Fokus auf der Umweltverträglichkeit und frühzeitiger Information der Öffentlichkeit durch Dialogformate, die Nachbarschaft und Interessierte aktiv einbeziehen. Derzeit laufen die Bauarbeiten und die Fertigstellung der ersten Bauphase ist bereits für Mitte 2026 geplant; zu diesem Zeitpunkt wird RWE damit beginnen, die erste Kaverne mit Wasserstoff zu befüllen. Mit der Aufnahme des kommerziellen Betriebs im Jahr 2027 wird der Speicher zur benötigten Flexibilität eines künftigen Wasserstoffmarkts beitragen, indem Schwankungen zwischen Produktion und Verbrauch ausgeglichen werden und damit der Versorgungssicherheit und Systemstabilität dienen. Perspektivisch ist zudem eine zweite Ausbaustufe vorgesehen, die als wichtiges Infrastrukturvorhaben auf der PCI-Liste der EU geführt wird und das nutzbare Speichervolumen um rund 45 Millionen Kubikmeter Wasserstoff erweitert.

Die Anbindung des Wasserstoffkavernenspeichers Epe-H2 an das GET H2 Netz wird über eine elf Kilometer lange Neubaumaßnahme der Transportnetzbetreiber Open Grid Europe und Nowega – beide ebenfalls aus NRW – realisiert. Durch den im März 2025 getroffenen und einer Baugenehmigung gleichkommenden Planfeststellungsbeschluss, konnte die Bauphase dieses Leitungsabschnitts von Epe bis Heek (HEp) beginnen. Eine Inbetriebnahme wird noch im Jahr 2025 erwartet.

Das Land Nordrhein-Westfalen und der Bund unterstützen den Wasserstoffkavernenspeicher Epe-H2 mit Mitteln im Rahmen des IPCEI Wasserstoff. Damit wird auch die industriepolitische Bedeutung unterstrichen: Nordrhein-Westfalen etabliert sich als Vorreiter beim Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoffwirtschaft und erweitert das Wasserstoffkernnetz um den wichtigen Aspekt der großskaligen Wasserstoffspeicherung.

„Wasserstoffkavernenspeicher sind als Infrastrukturelement zwingend für den erfolgreichen Hochlauf einer Wasserstoffwirtschaft in NRW erforderlich, um Erzeugung und Verbrauch zeitlich zu entkoppeln und damit zur Versorgungssicherheit und Systemstabilität beizutragen.“

Dr.-Ing. Christian Scholz, Themenfeldkoordinator Wasserstoff und Fachexperte Wasserstoffwirtschaft, NRW.Energy4Climate

70 Mio. m3

Wasserstoff finden im Kavernenspeicher Epe-H2 Platz – das entspricht dem Volumen von ca. 6.500 LKW-Trailern.

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Dr. Joachim Frielingsdorf

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Referent Kommunikation

Dr. Christian Scholz

Dr. Christian Scholz

Fachexperte Wasserstoffwirtschaft