LyondellBasell möchte bis 2030 jährlich zwei Mio. Tonnen Kunststoffe aus recycelten oder nachwachsenden Rohstoffen herstellen
Kunststoffabfälle zu recyceln, ist technisch wie wirtschaftlich eine Herausforderung. Am Standort Köln entwickelt das Unternehmen LyondellBasel einen einzigartigen Verbund für die Wiederverwertung von Kunststoffen, um mittels Sortierung und Recycling wertvolle Rohstoffe, die bislang schwer zu recyceln waren, im Wirtschaftskreislauf zu halten. Zu diesem Zweck arbeitet der Konzern eng mit Unternehmen der Abfallwirtschaft (Upstream) sowie Produktherstellern und Markeninhabern (Downstream) zusammen und realisiert verschiedene Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Durch die integrierte Nutzung verschiedener Technologien der Kunststoffsortierung und des Recyclings wird sichergestellt, dass die Kunststoffabfälle gemäß dem Kaskadenprinzip mit Hilfe des effizientesten Recyclingprozesses wiederverwertet werden.
Integriertes Weiterverarbeitungszentrum für Kunststoffabfälle
Teil des Konzepts ist der Bau eines integrierten Sortier- und Recyclingzentrums. In der Anlage sollen gemischte Kunststoffabfälle sortiert und weiterverarbeitet werden, um Ausgangsmaterial für das mechanische und chemische Recycling zu erzeugen. Bislang werden diese Abfälle meist thermisch verwertet. Das so entstehende Material soll anschließend in Anlagen für mechanisches Recycling weiterverarbeitet werden. Ziel ist es, Rezyklate von PE- und PP-Polymeren von hoher Qualität herzustellen, die für hochwertige Anwendungen eingesetzt werden können. Bezüglich der Stoffströme können innerhalb des Verbunds Synergien mit der mechanischen Recyclinganlage des Unternehmens in Geleen, Niederlande, und der Polymerproduktion des Unternehmens in Wesseling geschaffen werden.
Anlage für chemisches Kunststoffrecycling
Kunststoffe, die schwer oder nicht mechanisch recycelbar sind, können ab 2026 am Standort Wesseling in einer Anlage für chemisches Kunststoffrecycling weiterverarbeitet werden. Für den Bau der Anlage hat LyondellBasell mehr als 250 Millionen Euro investiert. 40 Millionen Euro Zuschuss erhält das Projekt zudem aus dem Innovationsfonds der Europäischen Union (EU). Die so genannte MoReTec-1-Anlage nutzt eine firmeneigene Pyrolysetechnologie, die seit 2018 entwickelt wurde und ab 2020 in einer Pilotanlage in Ferrara, Italien erste Praxiserfahrungen sammeln konnte.
Die vollelektrifizierte, großtechnische Anlage wird eine Kapazität von 50.000 Tonnen pro Jahr besitzen. Die eingesetzten, vorbearbeiteten Kunststoffabfälle werden unter anderem aus dem Source One Plastic Joint Venture und dem benachbarten Weiterverarbeitungszentrum in Hürth-Knapsack kommen, wo sie vorher sortiert und gereinigt werden. Das erzeugte Pyrolyseöl und Pyrolysegas können anschließend als Rohstoff für die Herstellung von neuen Kunststoffen eingesetzt werden.