Den kommunalen Haushalt aufbessern und dabei das Klima schützen? Das geht – in NRW.
Immer mehr Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen stehen vor finanziellen Herausforderungen. Auch Lichtenau kämpft mit dem Haushalt. Doch die Stadt in Ostwestfalen zeigt, wie sich durch langfristige Investitionen in Erneuerbare Energien nicht nur aktiv zum Klimaschutz beitragen lässt, sondern auch neue Einnahmen generiert werden können, die den Haushalt stärken. Heute produziert die Kommune ein Vielfaches ihres eigenen Strombedarfs aus regenerativen Quellen und gilt bundesweit als Vorbild für die kommunale Energiewende.
Im Mittelpunkt der Strategie: Windenergie. Die Stadt profitiert direkt durch Pachteinnahmen und Gewerbesteuern. Allein die Steuereinnahmen aus Erneuerbaren Energien stärken den kommunalen Haushalt mit jährlich rund sieben Millionen Euro und haben die Stadt schon mehrfach vor einer Haushaltssicherung bewahrt. Ein Teil der Erträge fließt über Bürgerbeteiligungen an Betreibergesellschaften und die Stützung des Trinkwasserpreises an die Bürgerinnen und Bürger zurück. Das schafft nicht nur Akzeptanz, sondern auch regionale Wertschöpfung. Ein Teil des Windstroms soll zukünftig zur Herstellung von grünem Wasserstoff für die umliegende Industrie genutzt werden. Eine mögliche Wärmeversorgung aus der Abwärme des dafür notwendigen 10MW-Elektrolyseurs wird im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung ebenfalls geprüft.
Auch mit dem Klima-Campus setzt die Energiestadt Lichtenau ein starkes Zeichen für kommunalen Klimaschutz. Die Realschule der Stadt wurde umfassend energetisch saniert und mit modernster Technik ausgestattet: Ein unterirdischer Eisspeicher versorgt das Gebäude effizient mit Wärme und Kälte, betrieben wird das System mit Strom aus Photovoltaik und dem nahegelegenen Windpark. Rund 250 Tonnen CO₂ spart die Schule so jedes Jahr ein. Gleichzeitig dient der Campus als Lern- und Erlebnisort für Klimabildung; mit grünem Klassenzimmer, Infostationen und der Integration von Nachhaltigkeitsthemen in den Unterricht.