Im Rahmen des Projekts COSIMa forscht Saint-Gobain gemeinsam mit dem gwi Essen sowie drei Instituten der RWTH Aachen an einer zukunftsgerichteten und vor allem klimaneutralen Glasindustrie (nach Scope 1 und 2, GHG Protocol). Über eine detaillierte Machbarkeitsstudie soll COSIMa aufzeigen, mit welchen Maßnahmen der Standort des Glasherstellers in Herzogenrath CO₂-neutral produzieren kann. Sollte das Projekt, das noch bis Anfang 2025 läuft, erfolgreich sein, ist dies ein wichtiger Schritt für die Glasindustrie.
Herausforderungen in der Flachglasindustrie
Die Herstellung von Glas ist ein energieintensiver Prozess. Es werden Prozesstemperaturen von ca. 1.560°C benötigt, die derzeit durch die Verbrennung von Erdgas erreicht werden. Um diesen Prozess zukünftig klimaneutral durchführen zu können, müssen u.a. die Voraussetzungen für den Einsatz eines grünen Brennstoffs, wie bspw. grüner Wasserstoff, geschaffen werden. Denn aufgrund der Größe der Glaswanne und der benötigten Produktqualität kann der Prozess nicht vollständig elektrifiziert werden.
Umstellung der Prozesse
Der Einfluss von Wasserstoff auf den Schmelzprozess, die Glasqualität und die Anlagen ist derzeit wenig erforscht. COSIMa untersucht daher, ob der Einsatz von großindustriellen Wasserstoffanwendungen für die Glasproduktion überhaupt möglich ist. Dafür entwickelt das Projekt einen neuartigen innovativen Glasschmelzofen, der teils elektrifiziert wird und darüber hinaus mit Wasserstoff befeuert werden kann. Zudem werden weitere Energieeinsparungsmaßnahmen für die Glasweiterverarbeitung sowie die energetisch und betriebswirtschaftlich optimale Energienutzung und -erzeugung am gesamten Standort in Zusammenarbeit mit angrenzenden Kommunen, wie bspw. die Abwärmenutzung in der Fernwärme, untersucht und modelliert.
Die Aussichten sind vielversprechend: Durch die Dekarbonisierung des Standorts könnten jährlich ca. 100.000 t CO2 eingespart werden.