Im Rahmen des Projekts COSIMa forschte Saint-Gobain gemeinsam mit dem gwi Essen sowie drei Instituten der RWTH Aachen an einer zukunftsgerichteten und vor allem klimaneutralen Glasindustrie (nach Scope 1 und 2, GHG Protocol). Über eine detaillierte Machbarkeitsstudie sollte COSIMa aufzeigen, mit welchen Maßnahmen der Glashersteller Saint-Gobain CO₂-neutral produzieren kann.
Herausforderungen in der Flachglasindustrie
Die Herstellung von Glas ist ein energieintensiver Prozess. Es werden Prozesstemperaturen von ca. 1.560°C benötigt, die derzeit durch die Verbrennung von Erdgas erreicht werden. Um diesen Prozess zukünftig klimaneutral durchführen zu können, müssen u.a. die Voraussetzungen für den Einsatz eines grünen Brennstoffs, wie bspw. grüner Wasserstoff, geschaffen werden. Denn aufgrund der Größe der Glaswanne und der benötigten Produktqualität kann der Prozess nicht vollständig elektrifiziert werden.
Umstellung der Prozesse
Der Einfluss von Wasserstoff auf den Schmelzprozess, die Glasqualität und die Anlagen ist derzeit wenig erforscht. COSIMa untersuchte daher, ob der Einsatz von großindustriellen Wasserstoffanwendungen für die Glasproduktion überhaupt möglich ist. Dafür entwickelte das Projekt ein Konzept eines neuartigen innovativen Glasschmelzofen, der teils elektrifiziert wird und darüber hinaus mit Wasserstoff befeuert werden kann. Zudem wurden weitere Energieeinsparungsmaßnahmen für die Glasweiterverarbeitung sowie die energetisch und betriebswirtschaftlich optimale Energienutzung und -erzeugung am gesamten Standort in Zusammenarbeit mit angrenzenden Kommunen, wie bspw. die Abwärmenutzung in der Fernwärme, untersucht und modelliert.
Die Aussichten sind vielversprechend: Durch die Dekarbonisierung eines Standorts könnten jährlich ca. 100.000 t CO2 eingespart werden.