Praxisbeispiel

Cardyon

Covestro nutzt Kohlendioxid als Rohstoff für Kunststoffe

CO₂ ist mit seinem Kohlenstoffbestandteil auch ein wertvoller chemischer Rohstoff. Dies macht sich der Chemiekonzern Covestro aus Leverkusen zu eigen und zeigt, wie das klimaschädliche Treibhausgas zum wertvollen Grundstoff für alltägliche Produkte werden kann. Auf diese Weise ermöglicht Covestro die Verbreiterung der Ressourcenbasis und unterstützt die Kreislaufwirtschaft in der Chemie- und Kunststoffindustrie.

Innovation: CO2-basierter Kunststoff

Möglich macht dies ein innovatives Verfahren, bei dem ein neuer Katalysator zum Einsatz kommt, um die Reaktion des CO2 mit Propylenoxid zu bestimmten Kunststoffbausteinen, so genannten Polyolen, zu forcieren. Es entsteht damit eine neue Art von Polyolen mit einem CO2-Anteil von bis zu 20 Prozent, die Covestro unter dem Namen cardyon* vermarktet. Sie werden unter anderem zur Produktion von Polyurethan-Schaumstoff verwendet. Das Material wurde zunächst für den Einsatz in Matratzen und Polstermöbeln konzipiert. Außerdem sind bereits CO2-basierte Polyole auf dem Markt, mit denen Bindemittel für Sportböden hergestellt werden. An der Schwelle zur Marktreife steht die Verwendung in elastischen Textilfasern. Weitere mögliche Anwendungen sind Autositze oder Dämmstoffe.

„Jahrzehntelang haben Forscher in aller Welt vergeblich versucht, CO₂ als Rohstoff für Kunststoffe zu erschließen. Inzwischen ist dies gelungen: Wir können CO₂ für verschiedene Anwendungsfelder nutzen und so einen innovativen Beitrag zur Schonung von fossilen Ressourcen und zur Förderung einer zirkulären Kunststoffproduktion leisten."

Dr. Persefoni Hilken, Venture Managerin cardyon®