| Pressemitteilung
In Essen ist heute Vormittag die 28. Internationale Passivhaustagung eröffnet worden. Zwei Tage lang wird sich im Haus der Technik alles um hohe Energieeffizienz bei Gebäuden drehen, sowohl bei Neubauten als auch bei Sanierungen.
Neben zahlreichen deutschen werden auch viele internationale Projekte vorgestellt. Bei vier Exkursionen im Anschluss an die Tagung besuchen die Teilnehmenden hoch energie-effiziente Projekte in Nordrhein-Westfalen, darunter mehrere NRW-KlimaQuartiere. Das Passivhaus Institut eröffnete die Tagung zusammen mit der Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate sowie dem Wirtschaftsministerium Nordrhein-Westfalen. In Essen feiert das Passivhaus Institut außerdem sein 30-jähriges Bestehen sowie 35 Jahre Passivhaus.
Rund 450 internationale Teilnehmende kamen zur Eröffnung der 28. Internationalen Passivhaustagung in Essen, die als Leitmesse für das hoch energieeffiziente Bauen und Sanieren gilt. Unter dem Fokus Mit Energieeffizienz in die Transformation werden in Essen Lösungen für einen klimafreundlichen und zukunftsfähigen Gebäudebestand präsentiert.
Jan Steiger von der Geschäftsführung verwies bei der Eröffnung auch auf den vom Passivhaus Institut entwickelten EnerPHit-Standard für Sanierungen. Energetische Sanierungen stellten einen der wirksamsten Hebel dar, um den Energieverbrauch sowie die Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor nachhaltig zu verringern.
Abhängigkeit reduzieren
„Wir müssen auf Energieeffizienz setzen statt auf Öl und Gas. Damit reduzieren wir unsere Abhängigkeit von fossilen Energieimporten erheblich und stärken die regionale Wirtschaft. Eine Sanierung mit Passivhaus-Komponenten zum EnerPHit-Standard ist ein effektives Instrument, um den Energieverbrauch eines Gebäudes deutlich zu senken. Daher ist das EnerPHit-Prinzip auch sozial und ökonomisch von Vorteil“, erläuterte Jan Steiger.
Ressourcenschonendes Bauen und Sanieren
Die Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate ist Mitveranstalterin der 28. Internationalen Passivhaustagung. Geschäftsführerin Katharina Schubert erklärte bei der Eröffnung: „Ressourcenschonendes Bauen und Sanieren ist längst in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen und bereits heute skalierbar. Genau das ist entscheidend, damit bis 2045 rund viereinhalb Millionen Gebäude in Nordrhein-Westfalen klimaneutral werden können. Das Land Nordrhein-Westfalen zeichnet deshalb besonders energieeffiziente Wohnsiedlungen und Nichtwohngebäude aus. Die ausgezeichneten Projekte zeigen, wie Klimaneutralität im Gebäudebereich gelingen kann: mit hohen baulichen Standards, technischen Innovationen und Lösungen, die oft bereits Passivhaus-Anforderungen erfüllen.“
Wärmeversorgung für SOS-Kinderdorf
Insgesamt zwölf Vortragsreihen stehen bei der Tagung auf dem Programm. In mehreren Vortragsreihen werden umfassende Sanierungsprojekte präsentiert, darunter das neue Wärmeversorgungskonzept für das SOS-Kinderdorf in Kleve sowie internationale Projekte. Die Stadt Riedstadt erläutert zusammen mit dem Passivhaus Institut, wie die Energiewende in einer Kommune gelingen kann.
Leistbares Wohnen
Zum Thema leistbares Wohnen und sozialer Wohnungsbau werden ebenfalls zahlreiche Projekte vorgestellt. Auch umfangreiche Neubauprojekte wie das neue Zentrum der Geisteswissenschaften der Universität Oxford sowie der Wohnkomplex Sendero Verde in New York, die beide im Passivhaus-Standard realisiert wurden, werden präsentiert. In Essen werden auch zwei Jubiläen gefeiert: die Fertigstellung des weltweit ersten Passivhauses in Darmstadt vor 35 Jahren sowie die Gründung des Passivhaus Instituts vor 30 Jahren.
Vorreiter für Effizienz
„Die Internationale Passivhaustagung war immer Vorreiter für das hoch energieeffiziente Bauen und Sanieren. Seit der Gründung des Passivhaus Instituts und der ersten Tagung vor 30 Jahren haben wir alle zusammen viel erreicht. Und in immer mehr Städten und Ländern werden Projekte auf Passivhaus-Niveau gebaut oder saniert“, so Jan Steiger vom Passivhaus Institut.
Praxischeck bei vier Exkursionen
Im Rahmen der Tagung finden am Sonntag vier Exkursionen zu beeindruckenden, hoch energieeffizienten Projekten in Nordrhein-Westfalen statt. Angesteuert werden unter anderem die Klimaschutzsiedlung Rellinghausen in Essen, zwei Tageseinrichtungen für Kinder im Passivhaus-Standard sowie die Klimaquartiere Köln-Zollstock und Dortmund-Zillestraße. Ebenfalls besucht werden ein Studierendenwohnheim in Bochum sowie Projekte in Bochum und Hilden. In Düsseldorf schauen sich die Teilnehmenden die Lönssiedlung an. Dort werden 41 Gebäude aus den 1930er-Jahren in bewohntem Zustand energetisch saniert. An den Exkursionen können nach Anmeldung auch Interessierte ohne Tagungsticket teilnehmen.
Fachausstellung
Flankiert wird die 28. Internationale Passivhaustagung von der Passivhaus-Fachausstellung: Zwei Tage lang präsentieren Hersteller dem internationalen Fachpublikum Komponenten für hoch energieeffizientes Bauen und Sanieren, darunter Fenster, Wand- und Dachkonstruktionen sowie Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung.
Aktuelle Informationen unter www.passivhaustagung.de sowie in den Sozialen Medien unter dem Hashtag #28intPHC
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