Wärme, die bezahlbar ist und unabhängig von Gas- und Ölimporten macht? Das geht – in NRW.
Die Wärmewende ist für viele Kommunen eine Herausforderung. Erst recht, wenn die Gebäudestrukturen Standardlösungen wie Luft-Wärmepumpen kaum möglich machen. Dass es trotzdem geht, zeigt das Beispiel Warendorf. In der Stadt im östlichen Münsterland soll zukünftig der örtliche Fluss große Teile der Stadt zuverlässig und autark mit klimaneutraler Flusswärme versorgen. Auf diese Weise vereint Warendorf Klimaschutz, Denkmalschutz und Versorgungssicherheit für die Menschen vor Ort.
Fluss wird zur Energiequelle
Mit dem Projekt „EmsWärme“ gehört Warendorf bundesweit zu den ersten Kommunen, die diese Art der Wärmeversorgung umsetzen: Wie so viele Städte in Nordrhein-Westfalen liegt auch Warendorf an einem Fluss. Die Stadt ist geprägt von einer historischen Altstadt, derzeit dominiert dort die Wärmeversorgung mit Öl und Gas. Im Zuge der kommunalen Wärmeplanung wird die Lebensader Ems nun zur Energiequelle. Mithilfe von einem zweistufigen Großwärmepumpenprozess wird dem Fluss thermische Energie entnommen und diese dann über ein neues, 14 Kilometer langes, im Untergrund verlegtes Wärmenetz direkt in die angeschlossenen Gebäude eingespeist. Das System funktioniert nahezu emissionsfrei, ist wartungsarm sowie nach dem Bau städtebaulich unauffällig und damit ideal für die Anforderungen der Gemeinde. Die Lösung ist ein Gewinn für alle: Warendorf spart nicht nur CO₂-Emissionen ein.
Die Menschen und Unternehmen vor Ort profitieren von einer sicheren, zukunftsfähigen und bezahlbaren Wärmeversorgung. Außerdem wird die städtebauliche Struktur und Lebensqualität in der historischen Altstadt bewahrt, in der viele Gebäude unter Denkmalschutz stehen und daher nur schwer modernisiert und ausreichend gedämmt werden können.
Warendorf ist damit nicht nur Vorreiter in Sachen kommunale Wärmewende, sondern auch ein Beispiel dafür, wie technologische Innovation mit städtebaulichen Besonderheiten kombiniert werden kann.