| Newsbeitrag
Kommunen spielen eine entscheidende Rolle, Bürgerinnen und Bürger über Vorteile von Sanierungsmaßnahmen zu informieren und sie dabei zu unterstützen. Wir haben einige Beispiele zusammengestellt.
Energetische Sanierungen von Gebäuden sind entscheidend für das Erreichen der Klimaneutralität im Gebäudebereich. Kommunen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Durch das energetische Sanieren ihrer eigenen Gebäude, wie Rathäuser, Schulen und Verwaltungsgebäude können sie eine Vorbildfunktion einnehmen –viele Kommunen in NRW gehen hier bereits mit gutem Beispiel voran.
Darüber hinaus können sie dazu beitragen, ihre Bürgerinnen und Bürger über die Vorteile von Sanierungsmaßnahmen aufzuklären und damit zur Umsetzung motivieren. Die Botschaft ist: Wer jetzt handelt, schützt sich vor steigenden Energiepreisen, profitiert langfristig finanziell, hält sein Zuhause für die Zukunft instand und leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.
- Informationskampagnen:
Im Rahmen ihrer Kommunalen Wärmeplanung bekommen Kommunen idealerweise einen guten Überblick, wie der Zustand von Gebäuden in ihrer Stadt ist und wo Sanierungen besonders vielversprechend sind. An diesen Stellen lohnt es sich, gezielt mit Informationsveranstaltungen, Beratungsangeboten vor Ort und Onlineangeboten auf die attraktiven Einsparpotenziale und Fördermöglichkeiten aufmerksam zu machen, um Unsicherheiten abzubauen und das Bewusstsein für die Chancen energetischer Sanierungen zu stärken. Dabei kann sich jede Kommune in Nordrhein-Westfalen helfen lassen: von der Sanierungsinitiative ALTBAUNEU. Sie unterstützt Kreise und Kommunen dabei, die Vorteile einer energetischen Sanierung von Ein- und Zweifamilienhäusern zu vermitteln.
- Praxisnah vermitteln:
Aktionstage von Kommunen in Stadtvierteln, die Beratungen oder auch Besichtigungen in sanierten Häusern ermöglichen, können dabei helfen, Hemmnisse abzubauen und das Interesse an Modernisierungen zu wecken. Wie bei den bereits etablierten „Solarparties” können Privatleute dabei ihre Häuser für Besucher öffnen. Sie stellen ihre Sanierungsmaßnahmen vor und geben Erfahrungen und Praxistipps auf nachbarschaftlicher Basis weiter. Bei der Sanierung beteiligte Fachleute sind ebenfalls dabei. Das Angebot kann durch Vor-Ort-Beratungen bei interessierten Hauseigentümern ergänzt werden. Beispiele gibt es bereits bei der Stadt Kaarst oder der Stadt Herne, und mehr Informationen ab Herbst auch in der Klimakampagne.NRW.
- Förderungen bekannt machen und aktuell halten:
Derzeit gibt es vielfältige und attraktive Förderungen für Hauseigentümerinnen und -eigentümer. Für sie ist es jedoch oft schwierig, einen Überblick zu bekommen – und die Förderlandschaft kann sich immer wieder ändern. Kommunen können helfen, indem sie aufzeigen, was sie lokal anbieten und was überregional gefördert wird – wie in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Auch über die Möglichkeiten steuerlicher Abschreibungen kann informiert werden. Kommunen können selbst Informationen zusammenstellen oder zeigen, wo man zu bestimmten Themen aktuelle Zusammenfassungen findet, wie bei der Verbraucherzentrale NRW. Wie ein Förderratgeber aussehen kann, zeigen auch die Kommunen der Initiative ALTBAUNEU.
- Überblick bei Gesetzen geben:
Das gleiche gilt für die Gesetzeslage, die sich in Kürze beim Gebäudeenergiegesetz (GEG) noch einmal ändern kann. Das GEG ist im November 2020 in Kraft getreten und vereint die bisherigen Einzelregelungen Energieeinsparungsgesetz (EnEG), Energieeinsparverordnung (EnEV) und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Mit Informationsveranstaltungen, verständlichen Materialien, persönlicher Beratung und digitalen Angeboten können Kommunen die komplexen Gesetze zur energetischen Sanierung verständlich machen. Ein gutes Beispiel gibt es auch hier bei den Kommunen der Initiative ALTBAUNEU.
- Zusammenarbeit mit dem Handwerk:
Spätestens im Zuge der Umsetzung der Wärmepläne bietet es sich an, gemeinsam mit dem regionalen Handwerk gewerkeübergreifende Angebote zu erarbeiten und Bürgerinnen und Bürgern so den Zugang zu Sanierungen zu erleichtern. Der Kreis Coesfeld beispielsweise bietet gemeinsam mit der lokalen Kreishandwerkerschaft monatliche Energiedialoge mit Energieberatern an. Außerdem erhalten Bürgerinnen und Bürger aus wechselnden Kommunen im Kreis zwei Mal im Jahr die Möglichkeit, im Rahmen der „Energie im Quartier”-Woche kostenlos ihre Häuser von einem neutralen Experten begutachten zulassen.
- Unterstützung von Sanierungssprints:
Wie das Land NRW mit dem Wettbewerb Sanierungssprint NRW 2024 Planungsbüros motiviert hat, gewerkeübergreifende und effiziente Sanierungskonzepte zu entwickeln, kann auch jede Kommune einen eigenen Wettbewerb ausschreiben, um innovative, gewerkeübergreifende Sanierungskonzepte mit lokalen Akteuren zu generieren. Anregungen finden Kommunen bei der damaligen Ausschreibung hier.
- Energiespar-Contracting:
Um ihre eigenen Liegenschaften – darunter Schulen, Turnhallen, Kitas, ein Hallenbad oder Rathaus – klimaneutral aufzustellen, können Kommunen das Energiespar-Contracting nutzen. Der Vorteil:
CO2-Emissionen und Energiekosten werden langfristig gesenkt, Risiken und Kosten werden mit Hilfe eines erfahrenen Dienstleisters minimiert. Wie es geht, zeigen die Beispiele Stadt Krefeld und Märkischer Kreis. Gern unterstützt NRW.Energy4Climate beim Energiespar-Contracting (ESC).
- Sanierungsprojekte bei Nichtwohngebäuden und Quartieren anstoßen:
Ob Schulen, Kitas, Krankenhäuser oder in der Quartiersentwicklung – oft sind Kommunen der Bauherr oder Initiator, wenn es heißt: Neubau oder Sanierung. Eine sorgfältige Sanierung kann dabei eine ressourcenschonende Alternative zum Neubau sein. Der KlimaCampus Lichtenau ist beispielsweise eine gute Blaupause für Kommunen, die gleichermaßen ihre Klimaziele verfolgen und optimale Bildungsbedingungen schaffen möchten.
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