Luftaufnahme der Probebohrung des Geologischen Dienstes NRW in Krefeld

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Wettbewerbsaufruf: Übernahme einer Forschungsbohrung zur geothermischen Anschlussnutzung

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Im Rahmen des nordrhein-westfälischen Explorations- und Bohrprogramms wird der Geologische Dienst NRW eine nachnutzbare Forschungsbohrung durchführen, die bei positivem Ergebnis im Anschluss zur Wärmeversorgung genutzt werden soll. Stadtwerke, Energieversorger oder Unternehmen können sich jetzt als Standort beim Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen bewerben. Der Wettbewerb ist zugleich wichtige Vorarbeit und ein Baustein beim Hochlauf der Geothermie in Nordrhein-Westfalen, um konkrete Projekte schnell und wirtschaftlich in die Umsetzung zu bringen.

Für die künftige Wärmeversorgung kann Erdwärme ein hochrelevanter Baustein sein. Bis zu 20 Prozent des Wärmebedarfs will Nordrhein-Westfalen bis 2045 über Erdwärme decken. In den letzten Monaten ist viel passiert: Mit dem Masterplan Geothermie hat das Land einen Maßnahmenkatalog für den Hochlauf der Geothermie erarbeitet. Eine der zentralen Maßnahmen ist dabei ein Explorations- und Bohrprogramm, mit dem das Land erste Forschungsbohrungen finanziert. Mit seiner Hilfe soll herausgefunden werden, ob genügend warmes Wasser für eine künftige Wärmeversorgung durch Geothermie im Untergrund Nordrhein-Westfalens vorhanden ist.

Eine erste Forschungsbohrung in Krefeld im Frühjahr 2025 übertraf mit dem Nachweis von heißen Thermalwässern im Kohlenkalk im Raum Krefeld die Erwartungen. Die Vorbereitungen für die nächste Forschungsbohrung im Massenkalk in Köln-Dellbrück laufen bereits. Die dritte Forschungsbohrung soll nun nicht nur der Forschung dienen, sondern bei Erfolg auch gleich von einem Betreiber für die eigene Wärmeversorgung oder die von Haushalten und Unternehmen durch ein Wärmenetz vor Ort nutzbar gemacht werden.

Gegenstand des Wettbewerbs

Das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen sucht für das Projekt einen Standort, der geeignet ist für eine bis zu 2.000 Meter tiefe Forschungsbohrung, die im Nachgang einer Anschlussnutzung zugeführt werden soll.

Die Forschungsbohrung wird vom Geologischen Dienst NRW durchgeführt. Bewerber verpflichten sich, diese Bohrung bei Fündigkeit zu einem marktüblichen Preis zu übernehmen und zu einer Anschlussnutzung zu erweitern. Unternehmen, Energieversorgern oder Stadtwerken wird somit einmalig die Chance geboten, eine tiefe Geothermiebohrung ohne Fündigkeitsrisiko zu übernehmen, denn bei Nichtfündigkeit verbleibt die Bohrung mit allen Pflichten beim Geologischen Dienst. 

Weitere Informationen zur Bewerbung sowie der Wettbewerbsaufruf sind unter diesem Link zu finden. Bewerbungsunterlagen werden bis zum 31.10.2025 entgegengenommen und durch den Geologischen Dienst NRW sowie weitere Fachexpertinnen und -experten geprüft und bewertet. Die Bekanntgabe des Gewinners erfolgt am 01.12.2025.

Am 12.09.2025 findet ein Online-Informationstermin zum Wettbewerb statt. Die Teilnahme ist unter diesem Link möglich.