Foto eines Abwasserkanals von Innen

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Neue Broschüre erleichtert Umsetzung von Abwasserwärmeprojekten

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Wärme aus Abwasser ist ein wichtiger Baustein für die Wärmewende in NRW. Welche Möglichkeiten Kommunen und Unternehmen bei der Umsetzung entsprechender Projekte haben, erklärt eine neue Broschüre der Initiative Abwasserwärme NRW.

Wenn wir duschen, spülen oder die Waschmaschine laufen lassen, verschwindet warmes Wasser im Abfluss. Doch die Wärme ist nicht weg – sie steckt im Abwasser des Kanals. Mit Wärmetauschern und Wärmepumpen lässt sich diese Energie zurückholen und zum Heizen von Gebäuden nutzen. Bei der Umsetzung solcher Projekte stehen Unternehmen und Kommunen vor vielen Fragen: Wer muss mit ins Boot? Wer trägt welche Kosten? Welche Verträge werden benötigt? 

Um Vorhabenträgern den Einstieg in das Thema zu erleichtern, haben Fachleute aus Kanalnetzbetrieben, Stadtwerken, Wohnungswirtschaft und Technologielieferanten im Rahmen der von NRW.Energy4Climate koordinierten Initiative Abwasserwärme NRW ihr Wissen in einer Broschüre zusammengetragen.   

Die Aufgabenverteilung je nach Projekt, und damit das Betreibermodell, ist unter anderem abhängig von den örtlichen Strukturen. Ein Akteur ist neben dem Wärmekunden jedoch immer dabei: der Kanalnetzbetreiber. Denn ihm gehört der Kanal, in dem das wertvolle Abwasser fließt.  

Drei beispielhafte Wege, wie die Aufgabenverteilung aussehen kann:  

1. Mit einem Contractor:  
Ein Contractor, der im Optimalfall bereits Erfahrungen mit der Abwasserwärmenutzung hat, kann als Akteur zwischen dem Wärmekunden und dem Kanalnetzbetreiber auftreten. Er investiert in die Anlagentechnik und schließt die nötigen Verträge mit beiden Parteien ab. Vom Kanalnetzbetreiber benötigt er zum Beispiel die Erlaubnis, einen Wärmetauscher im Kanal einzubauen. Mit dem Wärmekunden vereinbart er einen Wärmeliefervertrag. So wird zum Beispiel das Quartier LÜCK in Köln-Ehrenfeld versorgt.

2. Über ein Tochterunternehmen des Kanalnetzbetreibers:  
Alternativ kann der Kanalnetzbetreiber ein Tochterunternehmen gründen. Dieses bündelt Aktivitäten, die für die Wärmeversorgung notwendig sind, und übernimmt die Rolle des Betreibers. Zwischen Mutter- und Tochterunternehmen wird eine Nutzungsvereinbarung geschlossen, die den Zugang und den Einbau von Wärmetauschern im Kanal regelt. Ein Beispiel für diese Form der Organisation ist die Abwasserwärmeanlage des Seniorenheims Westerholz in Dortmund. 

3. Über Stadtwerke mit Doppelfunktion:  
In manchen Kommunen, etwa in Mönchengladbach, sind die Stadtwerke sowohl für die Energieversorgung, als auch den Kanalnetzbetrieb zuständig. Diese Doppelrolle vereinfacht die Kommunikation und Abstimmung zwischen den beteiligten Akteuren. Der Wärmekunde, im Beispiel Mönchengladbach das Immobilienunternehmen Catella, erhält die Wärme über einen Wärmeliefervertrag mit der Abteilung des Stadtwerks zur Energieversorgung. 

In der Broschüre finden sich weitere Modelle, Beispiele und Tipps – von Vertragsfragen bis zur praktischen Umsetzung.  

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