Foto: Blick auf die Bühne aus Publikumsperspektive auf der Wasserstofftagung

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Mit Wasserstoff die Region neu denken: Wie Kommunen und Unternehmen gemeinsam eine starke Wasserstoffwirtschaft vor Ort gestalten können

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Von der Erzeugung über den Transport bis zur Nutzung – aktuelle Projekte zeigen, dass die sich in Nordrhein-Westfalen entwickelnde Wasserstoffwirtschaft bereits wichtige Teile der Wertschöpfungskette abdeckt. Welche Schritte jetzt für Unternehmen und Kommunen zentral sind, diskutieren Expertinnen und Experten heute (18. September 2025) bei der Fachtagung „Wasserstoffversorgung in Nordrhein-Westfalen“ in Essen. Als neues Mitglied bei Hydrogen Europe setzt sich NRW.Energy4Climate künftig noch stärker im europäischen Verbund für eine grüne Wasserstoffwirtschaft ein. Der Beitritt zum größten europäischen Wasserstoffverband wird bei der Veranstaltung offiziell durch Jorgo Chatzimarkakis, CEO von Hydrogen Europe, bekannt gegeben.

Silke Krebs, Staatssekretärin im NRW-Wirtschaftsministerium: „Wasserstoff steht für Modernisierung, Zukunftsfähigkeit und Klimaschutz in der nordrhein-westfälischen Industrie. Das kleine Molekül ist ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg zur ersten klimaneutralen Industrieregion in Europa. Deshalb unterstützen wir den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft: Das sichert nicht nur langfristige Wertschöpfung, sondern macht Europa auch unabhängiger von Öl und Gas. Mit unseren starken Unternehmen und gut ausgebildeten Fachkräften sind wir hierbei ein zentraler Standort. Jetzt müssen die richtigen Entscheidungen in Berlin und Brüssel getroffen werden, damit der Markt weiter wächst. So sichern wir Arbeitsplätze und machen unsere Wirtschaft fit für die Zukunft.“ 

Christian Mildenberger, Geschäftsführer der Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate: „Wasserstoff ist und bleibt ein zentraler Pfeiler einer klimaneutralen Wirtschaft. Dass Nordrhein-Westfalen beste Voraussetzungen für die erfolgreiche Gestaltung der Wasserstoffwirtschaft mitbringt, zeigen unsere Leuchtturmprojekte. Jetzt braucht es weitere mutige Wasserstoffvorreiter, die sich für ihre Region einsetzen. Dabei werden wir sie unterstützen. Basis bleibt, dass wir das Tempo beim Ausbau Erneuerbarer Energien weiter hoch halten. Gleichzeitig setzen wir uns für die weitere Optimierung der Rahmenbedingungen ein – jetzt auch noch stärker auf EU-Ebene durch unsere Mitgliedschaft bei Hydrogen Europe.“

NRW als zentraler Standort für die europäische Wasserstoffwirtschaft
Ob als Energieträger und Rohstoff in der Industrie, in der Energiewirtschaft oder Mobilität: Wasserstoff ist elementarer Baustein einer klimaneutralen Zukunft. Die von der Wasserstoffleitstelle des Landes H2.NRW ausgerichtete Tagung bietet Einblicke in die Praxis, wie der Hochlauf gelingen und Herausforderungen begegnet werden kann. Viele Projekte in Nordrhein-Westfalen zeigen bereits, wie sich die Umsetzung gestalten lässt.

Bereits seit 2024 produziert zum Beispiel der Trailblazer von Air Liquide in Oberhausen mit 20 Megawatt Elektrolyseleistung Wasserstoff und gehört damit bundesweit zu den größten Elektrolyseanlagen für die Produktion von klimaneutralem Wasserstoff. Weitere großskalige Elektrolyseure sind in NRW in Planung bzw. bereits im Bau. Auch ein großer Anteil des bundesweiten, für die Versorgung essenziellen Wasserstoffkernnetzes befindet sich in Nordrhein-Westfalen in Planung, in der Umstellung von Gas auf Wasserstoff oder im Bau. Erste Abschnitte werden noch in diesem Jahr in Betrieb gehen. Das Münsterländer Unternehmen Janinhoff bereitet derzeit die konkrete Nutzung von Wasserstoff für ihre Klinkerproduktion vor. Im Sauerland entsteht mit dem HydroNet eines der ersten regionalen Wasserstoff-Ökosysteme, das Wasserstofferzeugung und -verbrauch im lokalen Netzwerk denkt.

Für die Gestaltung einer Wasserstoffwirtschaft befindet sich NRW mit seiner zentralen Lage in Europa, bestehenden grenzüberschreitenden Partnerschaften und Forschungsnetzwerken, seinem Maschinen- und Anlagenbau sowie der Industriedichte in einer starken Ausgangsposition. Gleichzeitig müssen nun im Zuge des Hochlaufs konkrete praktische Fragen und Herausforderungen gelöst und auf Bundes- und EU-Ebene reguliert und optimiert werden. Auf die Bedeutung der EU-Regulatorik für Elektrolyseure hatte jüngst eine Risikoanalyse der unter dem Dach von NRW.Energy4Climate arbeitenden Landesinitiative IN4climate.NRW hingewiesen und Anpassungsempfehlungen gegeben.

Über H2.NRW:
Die bei NRW.Energy4Climate angesiedelte Wasserstoffleitstelle H2.NRW des Landes Nordrhein-Westfalen ist die zentrale Anlaufstelle für alle Themen im Bereich der Wasser-stoffwirtschaft. Damit unterstützt das Land Unternehmen, Kommunen, Infrastrukturbetreiber, Mobilitätsanbieter, Wasserstoffproduzenten und weitere Akteurinnen und Akteure der Wasserstoffwirtschaft.
Zur Leitstelle H2.NRW: www.h2.nrw.de

Über Hydrogen Europe:
Hydrogen Europe ist mit über 600 Mitgliedern, darunter Unternehmen verschiedener Größen, EU-Regionen und internationale Vereinigungen, Europas größter Wasserstoffverband. Er will die nationale und internationale Politik und Initiativen unterstützten, die saubere Wasserstofftechnologien und -märkte stärken.
Zur Webseite: www.hydrogeneurope.eu