Gruppenfoto der Repräsentanten aller vier Startup-Unternehmen und NRW.Energy4Climate Geschäftsführer Christian Mildenberger auf der Bühne bei der Preisverleihung

Newsbeitrag

Lösungen für den kommunalen Klimaschutz

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Auf dem Kommunalkongress NRW im September fand erstmals ein Startup-Wettbewerb statt. Vier Anbieter präsentierten innovative und digitale Lösungen für Kommunen, die den Klimaschutz vereinfachen und beschleunigen können.

Der Klimawandel bringt nicht nur große Herausforderungen mit sich, sondern inspiriert auch viele Menschen dazu, kreative Lösungen zu entwickeln, um diesen zu begegnen. Vier davon konnten die rund 250 Teilnehmenden des diesjährigen Kommunalkongresses im Rahmen eines Startup-Wettbewerbs näher kennenlernen. Sie alle haben innovative und vor allem digitale Produkte entwickelt, die Kommunen effektiv und effizient bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen unterstützen. Der Kommunalkongress NRW bringt jedes Jahr mit einem Markt der Möglichkeiten verschiedene Akteure zusammen und in den Austausch, in diesem Jahr gab es erstmals auch einen Pitch mit für Kommunen passgenauen Startups. 

Zwei der Unternehmen haben sich zum Ziel gesetzt, verwaltungsinterne Prozesse zu unterstützen: GovShare und communeo. Die Solarea GmbH und die syte GmbH warten hingegen mit datenbasierter Unterstützung für den Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Gebäudeentwicklung auf.  

 

GovShare – mit dem Zalando-Prinzip zu passgenauen Lösungen  

„Wir recherchieren zentral, um euch dezentral zu entlasten“, fasste Philipp Schwarz das Angebot von GovShare zusammen. Das Münchener Startup stellt in einer Datenbank kommunale Projekte und Unterstützungsmaterialien für Kommunen, wie Ausschussvorlagen oder Leitfäden, zur Verfügung. Das Besondere dabei: Die Filterfunktionen der Plattform ermöglichen passgenaue Ergebnisse für die jeweilige Situation. Ähnlich wie in einem Online-Shop kann nach Schlagwörtern oder Kategorien wie Handlungsfeld, Kosten, Kommunengröße, Wirkung, Arbeitsaufwand, Beliebtheit und vielem mehr, gefiltert werden.  

Die Datenbank basiert auf dem Prinzip: von Kommunen für Kommunen. Jede Kommune kann eigene Praxisbeispiele mit Materialien und Ansprechpartner:innen einstellen. „Je mehr Kommunen dazukommen, desto besser wird die Plattform“, erklärte Philipp Schwarz in seinem Pitch. Für die Qualitätssicherung sorgt dabei das Team von GovShare sowie ein Beirat aus unabhängigen Fachexpert:innen, die jeden Eintrag vor Veröffentlichung prüfen. NRW.Energy4Climate ist seit einem halben Jahr Partner für ein Pilotprojekt mit sechs Kommunen und sechs Kreisen. Aktuell umfasst die Datenbank 60 Maßnahmen mit insgesamt 200 Praxisbeispielen aus ganz Deutschland und wird stetig erweitert. Auch externe Anbieter, die Kommunen bei Klimaschutzaktivitäten unterstützen können, sind dort gelistet.  

 

Communeo – eine transparente Steuerungsplattform für Kommunen 

Schluss mit Excellisten: Ein Tool, das die Prozesse innerhalb der gesamten Kommunalverwaltung effizienter gestaltet, ist die Software des Startups communeo. Das Münsteraner Startup hat sich zum Ziel gesetzt, kommunale Strategien und Konzepte transparent zu operationalisieren. „Wir sind dafür da, Ihren Arbeitsalltag einfacher und effektiver zu machen. Wir entwickeln unsere Lösung mit Ihnen weiter“, stellte sich Mitbegründerin Dr. Katharina von Stauffenberg den Teilnehmenden vor.  

Die Software soll insbesondere bei der Datenverwaltung, Maßnahmenplanung und Evaluation von Maßnahmen unterstützen. Es kann in jedem Fachbereich angewendet werden. „Es ist ein Tool, mit dem alle in der Verwaltung arbeiten können“, erklärte von Stauffenberg. Den Kommunen soll dies ein digitales, strukturiertes und für alle nachvollziehbares Projektmanagement inklusive Monitoring ermöglichen. Zusätzlich erhält die Kommune ein professionelles Kommunikationsdashboard, das nicht nur der Verwaltung, sondern auch den Bürger:innen zur Verfügung steht. Typische Anwendungsfälle sind dabei Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Nachhaltigkeitsmanagement, aber vor allem auch Klimaschutz und Klimafolgenanpassung.  

Das Besondere: Die Entwicklung der Software erfolgte in Zusammenarbeit mit kommunalen Verwaltungen und erhebt daher den Anspruch, besonders gut auf die Bedarfe von Kommunen zugeschnitten zu sein. Communeo setzt auf eine cloudbasierte Anwendung, DSGVO-konform auf europäischen Servern. Das Startup wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalens gefördert.

 

solarea – Alles aus einer Hand   

„Wir finden Flächen für die Energiewende – im ländlichen und urbanen Raum“, fasste Niklas Hausemann, Leiter des Teams Kommunalberatung, die Idee von solaerea zusammen. Die Solarea GmbH für Flächenanalyse und -sicherung unterstützt Kommunen und Flächeneigentümer:innen bei der Planung und Umsetzung von Projekten zum Ausbau Erneuerbarer Energien.  

Wie das genau funktioniert, zeigte Hausemann den Kongressteilnehmenden am Beispiel Parkplatz-PV: „Wir wollen bestehende PV-Konzepte für Parkplätze weiterdenken, in Richtung Begrünung, Retentionsflächen oder Schwammstadt“, erklärte er. Die Kommunalberatung von solarea zielt auf die vollumfängliche Analyse und Nutzung des Potenzials in Kommunen ab. Dabei werden anhand von hochaufgelösten Geodaten Potenzialanalysen und Standortkonzepte erstellt. In dem vorgestellten Beispiel werden mithilfe dieses Modells passende Parkflächen in der jeweiligen Kommune ausfindig gemacht. Zusätzlich kümmert sich solarea um die Flächenakquise, -sicherung und Projektsteuerung. Das Startup mit Hauptsitz in Bonn wirbt insbesondere mit der persönlichen Beratungsleistung für die jeweilige Kommune.  

 

syte – mit künstlicher Intelligenz zur Transformation des Gebäudebestands 

„Wir haben eine Plattform gebaut, die verschiedene öffentliche Daten miteinander kombiniert“, erklärte Anika Meisters von syte. Die App verspricht, alle Daten und Potenziale zum jeweiligen Objekt in Echtzeit darzustellen – basierend auf einer künstlichen Intelligenz. Zentrale Anwendungen sind dabei Bebauungspotenziale, Grundstückssuchen oder Bestandsanalysen. Aber auch die Energiebedarfe und PV-Potenziale genauso wie Wirtschaftlichkeitsberechnungen können damit durchgeführt werden. Die Idee ist, die Transformation des Gebäudesektors nicht nur umfassend zu planen, sondern sie auch direkt als 3D-Modell zu visualisieren. So entstehe ein Höhenmodell der Stadt, das beispielsweise auch die Vegetation sichtbar macht. So kann eine Stadt innerhalb eines Programms digital abgebildet werden. Am Beispiel eines Wohngebäudes in Münster zeigte Meisters, wie mithilfe der Software die Potenziale adressgenau angeben werden können. 

 

Das Angebot von syte gewann die Abstimmung beim Kommunalkongress. Wer die Startups dort nicht live erleben konnte, kann sich bei der Veranstaltung KLIMA UM 10 „Wie Startups den Alltag in der Kommune erleichtern“ am 8. Oktober ein eigenes Bild machen.

 

Mehr Informationen: Pressemitteilung zum Kommunalkongress NRW

 

In Kürze erfolgt zudem die Veröffentlichung von Videomaterial zu den Themen des Kommunalkongresses.