| Pressemitteilung
Besonders energieeffizient gebaute Schulen oder Büros sowie klimafreundlich konzipierte Wohnquartiere werden vom Land Nordrhein-Westfalen als „Energieeffizientes Nichtwohngebäude“ oder „KlimaQuartier.NRW“ ausgezeichnet. Im September haben insgesamt vier Projekte aus dem Rheinland die begehrten Ehrungen erhalten.
Klimafreundliche Gebäude – als Neubau genau wie als Bestandsgebäude – sind ein wichtiger Baustein auf dem Weg in eine klimaneutrale Zukunft. Die vier jetzt vom NRW-Wirtschaftsministerium und NRW.Energy4Climate neu prämierten Projekte stammen aus Erftstadt, Köln, Lohmar und Hilden. Bei allen Projekten liegt der Fokus auf Energieeinsparung sowie der Nutzung Erneuerbarer Energien, wodurch die Wärmewende im Gebäudesektor und das Erreichen der Klimaziele vorbildlich unterstützt werden.
Mona Neubaur, NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin: „Ob Schule, Wohn- oder Bürogebäude: Mit einer nachhaltigen Bauweise und dem cleveren Einsatz von Erneuerbaren gehen die Kosten runter und die Verlässlichkeit bei Energie- und Wärmeversorgung rauf. Das ist ein echter Gewinn fürs Portemonnaie, unseren Alltag und ein Plus an Lebensqualität. Die ausgezeichneten Neubau- und Modernisierungsprojekte haben Vorbildcharakter für klimagerechtes Bauen und Wohnen in ganz Nordrhein-Westfalen.“
Christian Mildenberger, Geschäftsführer NRW.Energy4Climate: „Bei Neubau- und Modernisierungsprojekten ist es wichtig, dass nicht nur Erneuerbare Energien zum Einsatz kommen, sondern zugleich sollte auch der Energiebedarf möglichst geringgehalten werden. Deshalb zeichnen wir Projekte mit besonders energieeffizienter Gebäudehülle und klimafreundlicher Wärmeversorgung aus und unterstützen damit die praktische Umsetzung landesweit.”
Ausgezeichnetes Quartier in Erftstadt-Bliesheim nutzt die Sonne
Das als KlimaQuartier.NRW ausgezeichnete Neubaugebiet in Erftstadt-Bliesheim wurde von der DORNIEDEN Gruppe, einem Projektentwickler aus NRW, geplant. Es umfasst mehr als 200 Wohneinheiten in Ein- und Mehrfamilienhäusern, davon ein Teil als geförderter Wohnungsbau. Dazu kommen eine Kita, ein Feuerwehrgebäude und ein Lebensmittelmarkt. Ein besonderes Merkmal dieses Projekts wird eine PV-Freiflächenanlage auf einer Fläche in der Größe von drei Fußballfeldern sein. Dazu kommen noch PV-Anlagen auf 44 Prozent der Dachflächen der Gebäude.
Nichtwohngebäude: Schule in Köln klimaneutral erweitert
In Köln hat die Stadt einen Erweiterungsbau für das städtische Königin-Luise-Gymnasium errichtet, was in der hochverdichteten Innenstadt eine große Herausforderung darstellte. Das Gebäude wurde in Passivhausbauweise errichtet und benötigt daher besonders wenig Heizenergie. Der verbleibende Wärmebedarf wird umweltfreundlich über Fernwärme bereitgestellt. Die Fernwärme der Stadt Köln wird derzeit bereits zum Teil über Erneuerbare Energien gedeckt und soll ab 2035 vollständig klimaneutral sein. Eine PV-Anlage auf dem Dach erzeugt zusätzlichen, klimafreundlichen Strom.
Grundschule in Lohmar vereint nachhaltigen Bau mit nachhaltiger Pädagogik
Bei der im Februar eingeweihten Gemeinschaftsgrundschule Birk in Lohmar legte die Stadt Lohmar großen Wert auf die Nachhaltigkeit des Gebäudes. Der Schulbau wurde in Holz-Hybridbauweise errichtet, wodurch im Vergleich zur Massivbauweise mehr CO2-Emissionen eingespart werden. Zum Energiekonzept gehören eine effiziente Heiztechnik mittels Erdwärmepumpe, Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sowie eine eigenständige Stromerzeugung über eine Photovoltaikanlage. Zum Energieeinsparen tragen zudem Präsenzmelder zur automatischen Steuerung der Beleuchtung bei. Auch im Schulalltag spielt das nachhaltige Handeln der Kinder eine wichtige Rolle, wie beim Konsumverhalten, durch Tauschbörsen oder Energiesparmaßnahmen.
Neue nachhaltige Arbeitswelt auf dem Technik Campus in Hilden
In Hilden wurde für die Soeffing Kälte Klima GmbH der Technik Campus errichtet, der konsequent nach Nachhaltigkeitskriterien geplant wurde und Mitarbeitenden eine flexible und nachhaltige Arbeitswelt bietet. Die nachhaltige Bauweise zeigt sich in der Verwendung eines Deckensystems aus recyceltem Kunststoff und einer vorgefertigten Vorhangfassade aus Holzelementen. Ein weiteres wesentliches Element stellt das Gründach dar, das sowohl zur Verbesserung des Mikroklimas als auch zur Regenwasserrückhaltung beiträgt. Die Heizung und Kühlung erfolgen über Wärmepumpen, die mithilfe einer großen PV-Anlage auf dem zugehörigen Hallendach mit grünem Strom versorgt werden.
Zum Landesprojekt KlimaQuartier.NRW
Das Programm „KlimaQuartier.NRW" zielt darauf ab, den Bau und die Sanierung von klimafreundlichen Quartieren zu fördern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Qualität von Gebäudehüllen, der Energieeffizienz und der technischen Infrastruktur. Zur finanziellen Unterstützung stehen Fördermittel aus dem Landesprogramm progres.nrw zur Verfügung. Seit 2023 wurden bereits 23 Quartiersprojekte ausgezeichnet. Interessierte Kommunen, Wohnungsunternehmen oder Projektträger können sich fortlaufend bei NRW.Energy4Climate bewerben. Mehr Informationen
Zum Landesprojekt Energieeffiziente Nichtwohngebäude in NRW
Das Land NRW zeichnet den Neubau und die Sanierung energieeffizienter Nichtwohngebäude aus, um Vorzeigeprojekte bekannt zu machen und das Engagement der Beteiligten zu würdigen. Ein Antrag auf die Förderung eines Energiemonitorings gemäß der Förderrichtlinie „progres.nrw – Programmbereich Klimaschutztechnik“ ist exklusiv für die ausgezeichneten Nichtwohngebäude möglich. 35 Schulen, Kitas, Büro- und Verwaltungsgebäude wurden seit 2019 ausgezeichnet. Eine Bewerbung ist jederzeit möglich. Mehr Informationen
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