Energiebedarf der Industrie

Eine klimaneutrale Industrie benötigt zur Energieversorgung große Mengen nachhaltig erzeugter Energie.

Der Energiebedarf der Industrie ist immens. Um die Klimaziele zu erreichen, ist insbesondere im Industriesektor nicht nur eine konsequente Umstellung auf Erneuerbare Energien erforderlich, sondern auch eine erfolgreiche industrielle Wärmewende.

In Nordrhein-Westfalen betrug der Endenergieverbrauch im Industriesektor im Jahr 2019 rund 218  Terawattstunden.  Das entspricht rund 37 Prozent der gesamten im Bundesland verbrauchten Energie. Deutschlandweit liegt dieser Anteil bei knapp 30 Prozent.

 

Wärmewende in der Industrie unterstützen

Den Großteil der Energiemengen benötigt die Industrie in Form von Wärme. Da diese aktuell vielfach noch mit fossilen Quellen erzeugt wird, sind die Treibhausgasemissionen erheblich. Etwa 40 Prozent  der weltweiten Kohlenstoffdioxidemissionen entstehen durch Wärmeproduktion, die Hälfte dieser Wärme fließt als Prozesswärme in die Industrie. Auch in Deutschland benötigt die Industrie etwa zwei Drittel der genutzten Energie für die Bereitstellung von Prozesswärme. Aber auch Industriegebäude wie Büros oder Produktionshallen brauchen Wärme, beispielsweise zur Beheizung und Warmwasserversorgung von Sanitäranlagen. Für eine klimaneutrale Industriezukunft muss sowohl die gebäudebezogene Wärmeversorgung als auch die Erzeugung von Prozesswärme, zum Beispiel zum Schmelzen, für Industrieöfen oder Prozessdampf, auf nachhaltige und erneuerbare Wärmequellen umgestellt werden. Lösungen, wie diese so dringende Wende in der Prozesswärmebereitstellung gelingen kann, erarbeitet u. a. der Thinktank IN4climate.NRW, der seit 2022 Teil von NRW.Energy4Climate ist. 

 

Strombedarf der Industrie nachhaltig decken

Rund 30 Prozent des Endenergiebedarfs der Industrie wird aktuell in Form von Strom benötigt. Verdichter oder Pumpen nutzen Strom beispielsweise, um diesen in mechanische Energie umzuwandeln. Daneben brauchen Beleuchtung, Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) oder Kältemaschinen elektrische Energie, ebenso wie sehr stromintensive Fertigungsverfahren, beispielsweise die Schmelzflusselektrolyse zur Aluminiumherstellung. Um eine klimaneutrale Industriezukunft zu ermöglichen, muss in allen Industriebereichen der Strombedarf so weit wie möglich gesenkt und die verbleibende Nachfrage durch Strom aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden. Trotz größtmöglicher Effizienzsteigerungen ist perspektivisch jedoch mit einem wachsenden Strombedarf der Industrie zu rechnen. Denn in vielen Prozessen, in denen aktuell noch fossile Energieträger zum Einsatz kommen, ist eine Elektrifizierung möglich und sinnvoll. Der Ersatz von Kohle, Öl und Gas durch Erneuerbare Energien ist ein wichtiger Baustein, um Hochtemperaturwärme zukünftig emissionsfrei erzeugen zu können.

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