Kamp-Lintfort: Kommunaler Wärmeplan im Stadtrat beschlossen

02.07.2024

Kamp-Lintfort geht als Pilotkommune der Wärmeplanung voran


Einen echten Meilenstein auf dem Weg zur Klimaneutralität hat die Stadt Kamp-Lintfort am Dienstag im Stadtrat besiegelt. Denn die Kommune im Kreis Wesel am Niederrhein ist nun die landesweit erste vom Bund geförderte Kommune, die ihren kommunalen Wärmeplan offiziell beschlossen hat – und das weit vor der gesetzlichen Frist. Als Teil des Pilotkommunenprogramms der Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate wurde die Stadt bei der Erstellung des Wärmeplans aktiv begleitet, um daraus Erkenntnisse und Erfolgsfaktoren für andere Kommunen ableiten zu können.

Zwölf Monate hat das Team von Bürgermeister Prof. Dr. Christoph Landscheidt am Konzept gearbeitet – am Dienstag wurde der kommunale Wärmeplan nun vom Stadtrat beschlossen. Er ist eine wichtige Planungsgrundlage für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung der Stadt, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Wärmeplanung bereits ab 2040 klimaneutral zu gestalten. „Das Konzept soll Antworten auf die Fragen geben, mit welchem Energieträger in Zukunft geheizt werden kann, welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen und welche Förderung es gibt,“ erklärt der Bürgermeister.

Als eine von vier Pilotkommunen wurde die Stadt als Vorreiter der Wärmewende in NRW vom Land ausgewählt und eng vom Expertenteam bei NRW.Energy4Climate begleitet. Ziel ist es, beispielhaft zu zeigen, wie die Wärmeplanung im Detail in unterschiedlichen Ausgangsituationen funktionieren kann. Christian Mildenberger, Geschäftsführer der NRW-Landesgesellschaft, betonte: „Das effiziente Vorgehen und die erfolgreiche Zusammenarbeit von allen Beteiligten zeigen, wie die Wärmeplanung dank politischer Unterstützung und einer gut aufgestellten Arbeitsgruppe aus Verwaltung, Dienstleister und Stadtwerk zu einem guten Ergebnis führen kann. Wir gratulieren der Stadt und freuen uns, mit den Erkenntnissen aus diesem Ergebnis auch weiteren Kommunen auf ihrem Weg helfen zu können.“

Die Unterstützung, die Pilotkommunen wie Kamp-Lintfort von NRW.Energy4Climate erhalten, liegt unter anderem im Austausch zu Zusammenarbeit, Datenerhebung, Akteurseinbindung, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Auch die Übertragung von Erkenntnissen aus dem Ausland konnte hier den Weg zum Wärmeplan weiter ebnen: Christopher Tittmann, Klimaschutzmanager der Stadt Kamp-Lintfort, war bei einer der Fachreisen nach Dänemark dabei, die NRW.Energy4Climate regelmäßig organisiert, um zu zeigen, wie der Weg zur Wärmeplanung gelingen kann.

Für Kamp-Lintfort hat sich die Unterstützung gelohnt: Als erste Pilotkommune hat sie nun ihren Wärmeplan, der im Rahmen der Kommunalrichtlinie mit Bundesförderung erstellt wurde, fertiggestellt. Der Erarbeitungsprozess war vielschichtig. Die Inhalte wurden von einem Fachbüro gemeinsam mit einer ämterübergreifenden Arbeitsgruppe und den Stadtwerken erarbeitet. Akteure aus der Wohnungswirtschaft, dem Abfallverwertungszentrum, der Hochschule Rhein-Waal sowie viele weitere Beteiligte wurden zu Fragen rund um konkrete Anwendungsfälle, Rollenverteilungen sowie Anknüpfungspunkte mit einbezogen. Und nicht zuletzt konnten durch Beteiligung der Öffentlichkeit viele weitere wichtige Hinweise gewonnen werden. Als Hauptergebnis der kommunalen Wärmeplanung in Kamp-Lintfort wurde der Ausbau des Fernwärmenetzes identifiziert. Dieser soll gemeinschaftlich mit den Stadtwerken Kamp-Lintfort bis 2040 erreicht werden.

Die Erkenntnisse aus dem erfolgreichen Prozess in Kamp-Lintfort möchte NRW.Energy4Climate nun auswerten, damit sie allen anderen Kommunen eine Hilfe auf ihrem Weg zum Wärmeplan sein können. Denn bei der Landesgesellschaft finden nicht nur die Pilotkommunen Unterstützung: Das Kompetenzzentrum Wärmewende NRW bietet zahlreiche Angebote für Kommunen und weitere Akteure der Wärmeplanung – von der Initialberatung, über Leitfäden und Vorlagen bis hin zu Veranstaltungen und Austauschformaten.

Luftbild der Stadt Kamp-Lintfort